Samstag, 3. Juni 2006

Tauch-Tao, Thailand

Jawoll, wir sind stolze "Open Water Diver"!

Aber mal von Anfang an:
Nach unserer Kambodscha-Tempelitis waren wir wieder reif fuer die Insel. Das ist in Thailand, Rod sei Dank, ja kein Problem. Vom Schnorcheln auf den Andamanen inspiriert, haben wir bewusst Koh Tao ausgesucht. Die Insel gilt als Tauch- und Schnorchel Mekka.

Mit 'nem Billig-Scam-Angebot gings mit dem Nachtbus von Khao San (Bangkok) direkt auf die Insel. Der Bus faehrt noch weiter zu den Faehrverbindungen nach Koh Phangan und Koh Samui - d.h. das ganze Partyvolk, meist Israelis, zieht's eher an den Fullmoon-Party-Beach auf Koh Phangan. Auf der Faehre wird man gleich von Touts mit diversen Tauch-Unterkunfts-Kombiangeboten gelockt. Ausnahmsweise hat sich das fuer uns angeboten und wir haben die Entscheidung nicht bereut. Beim spaeteren Erkunden anderer Straende auf Koh Tao hab ich immer wieder festgestellt, dass keiner mit unserem kleinen, feinen "Freedom-Beach" mithalten kann.

Freedom Beach

Unsere Huette mit diesem genialen Ausblick war die ersten 5 Tage kostenlos, da wir uns fuer den Tauchkurs entschieden haben. Bevor es mit der Taucheritis losging, brauchten wir aber zwei Tage Erholung vom Reisestress. Da ich aber nicht einfach nur "da sein" kann, heisst das im Klartext - kleine Erkundungstour. Zuerst lief auch alles glatt.

Banana Rock

Vorbei am "Banana Rock" verlief sich der Kuestenweg aber irgendwann im Sande - wortwoertlich... Einfach zurueck gehn kann bekanntlich jeder, deshalb hab ich nach 'ner "Abkuerzung" querfeldein gesucht. Denn zwangslaeufig muss man irgendwann wieder auf den Hauptweg kommen. Das hat sich ziemlich schnell zu 'ner ausgereiften Wild-Dschungel-Safari und Kletter-Tour entpuppt. Koh Tao ist total huegelig und es hatte sich ein bisschen eingenieselt. Zeitgleich haben Killer-Moskitos angegriffen und Ramona hatte sich fuer unseren kurzen Spaziergang schoen sommerlich-kurz angezogen. - Sie kann wunderbar fluchen :)

Es gibt 43 Tauchschulen auf der winzigen Insel. Die Konkurrenz ist also gross und es wird entsprechend aggressiv geworben, z.B. mit sehr kleinen Gruppen. Da wir uns die Option offenhalten wollten, auch mal was in deutsch zu fragen, haben wir Janine (Schweiz) als unseren Dive-Instructor auserkoren. Unsere Gruppe bestand aus folgenden Leuten: Ramona, Eric - fertich. War also praktisch Privatuntericht.

Neben den Tauch- und Schnorchelgaengen war auch jede Menge Theorie-Pauken angesagt. Das war ziemlich stressig :)
Ramona hat sich uebrigens mehrmals hin- und herentschieden, ob sie mitmacht oder nicht, z.B. vorm Kursbeginn, vorm ersten Reinspringen in voller Montur, vorm ersten Abtauchen ins tiefe Wasser, etc.
Die ersten Uebungen haben wir im flachen Wasser dieser Triple-Islands gemacht.

Triple Islands Koh Nangyuan

Hier sind komischerweise nur zwei zu sehen. Die drei Inseln sind nur durch einen schmalen Sandstrand verbunden, was ziemlich genial aussieht. Unter Wasser kann man sich kaum auf die Uebungen konzentrieren, weil andauernd irgendwelche kleinen, bunten Fische in die Brille kucken. Damit nicht genug, haben die auch keine Scheu, einem ins Bein zu beissen, um zu pruefen ob man evtl. schmeckt. Unter Wasser heisst dieses Gebiet "Japanese Gardens".
Brille unter Wasser abnehmen, wieder aufsetzen und ausblasen ist eigentlich nicht schlimm. Vielmehr spielt der psychologische Faktor eine entscheidende Rolle, ob man das in 1,5m oder 12m Tiefe macht. - Genauso Atemregler, raus und wieder rein oder komplette Montur abnehmen und wieder aufsetzen. Den Tauchern unter Euch erzaehl ich nichts neues.

Eine Unterwasseruebung bestand darin, sich mit dem Bauch flach auf den Boden zu legen und nur durch Ein- und Ausatmen mit dem Oberkoerper hoch und runterzuwippen. Da ich mich auf das Gewippe konzentriert hab, konnte ich lernen, wie es sich anfuehlt wenn man seinen Unterarm in 'ne Anemone legt. Das ist erst wie Brennesseln und spaeter wie n guter Sonnenbrand. Nachher wird das zu kleinen Pickelchen, die heftig jucken. Die letzten Spuren sind heut noch nich ganz wech. Von diesen Unannehmlichkeiten abgesehen ist die Anemone aber vollkommen ungefaehrlich - schliesslich wohnen da die niedlichen Nemos drin.
Von unseren Tauchgaengen gibts leider gar keine Bilder, weil wir voll damit beschaeftigt waren, alles richtig zu machen und uns auf den Tauchgang vorzubereiten. Ziemlich aufgeregt waren wir natuerlich auch immer. Ausserdem hatten wir fast immer Scheiss-Wetter, da wir die Auslaeufer von irgend 'nem Taifun, o.ae. abbekommen haben. D.h. mindestens einmal taeglich ordentlicher Regen mit heftigem Wind. Einen Tag wurd ich richtig seekrank - nur auf dem Boot, im Wasser war alles roger. Deshalb bin ich in der Pause lieber im Wasser geblieben, als mich auf dem Boot zu erholen. Ich war nich der einzige!

Eric seekrank

Am letzten Tauchtag gings dann auf eine maximale Tiefe von 17m. Da hatten wir vorher zwar bisschen Schiss vor, aber irgendwann ist es eigentlich egal ob Du 8m oder 17m tief bist. Das beste auf diesem Tauchgang war aber die Begegnung mit einem aggressiven Triggerfish, der sein Weibchen und sein Revier verteidigt hat und uns deshalb heftig attackiert hat. Also eigentlich hat er nur Janine attackiert, denn sie hat die Aufmerksamkeit auf ihre Flossen gelenkt, wo der Triggerfish dann auch immer schoen reingebissen hat. - Und zwar immer wieder bis wir deutlich aus seinem Revier verschwunden waren. Zurueck an Board des Bootes haben wir den anderen stolz die Bissstellen praesentiert. Aber auch schon unter Wasser haben wir andere Tauchgruppen zum Triggerfish-Gebiet geschickt, damit die sich auch mal attackieren lassen koennen. Es ist naemlich ziemlich dichter Verkehr unter Wasser, d.h. man trifft jede Menge anderer Taucher.

Der Kurs schreibt auch noch einen Schnorchelgang vor, den wir aber nicht am Anfang gemacht, sondern irgendwann spaeter nachgeholt haben. Abgesehen von dem bisschen Geschnorchel, haben die anderen Taucher ab und zu ein paar Kekse von Board geworfen - mit dem Ergebnis, dass man auf einmal vor lauter Fischen weder kucken noch schwimmen kann. Das ist ziemlich cool, obwohl wir das hinterher eigentlich nicht mehr so gut fanden - schliesslich soll man keine Fische fuettern und ueberhaupt nicht ins Oekosystem eingreifen.

Jetzt noch unsere Sichtungen fuer den Tauch-Interessierten.
Blick ins Wasser vom Viewpoint Resort Sergant-Major Fish (s.rechts. - das is ne Plage), Angelfish (wunderschoen), Butterflyfish, Bannerfish, Hexagon Grouper und Harlequin Sweetlip (die beiden kann ich nicht auseinanderhalten), Triggerfish (s.o.), Pink-Anemonefish und Clownfish (die Nemo-Fische, die in den Anemonen wohnen, in die man nicht reingreifen soll), irgendwelche Barsch- und Hechtarten (mit kleinen Putzerfischen dran), Barracudas (sieht aus wie n Speisefisch, schmeckt auch so) und jede Menge andere, deren Namen wir nicht kennen, da sie in unserem kleinen Heftchen nicht aufgelistet sind.

Nach erfolgreicher Tauch-Pruefung und Abschluss aller Tauchgaenge haben wir uns erstmal n bisschen Erholung gegoennt. Das bedeutet bei mir natuerlich: kleine Inselerkundung - diesmal mitm Mofa. Dabei kommt man zu diesem geilen Aussichtspunkt mit Rundumblick.

Rundumblick Golden View

In der "Tanote-Bay" hiess es dann gleich nochmal Schnorchel frei. Das hat sich total gelohnt und wir konnten einen Stachelrochen auf unserer Sichtungsliste ergaenzen.

Am Abreisetag sind wir schliesslich auch noch in unserer "eigenen" Bucht am "Freedom-Beach" schnorcheln gewesen. Da sind wir mindestens 'ne Stunde einem Schwarm (Fisch-Namen unbekannt) gefolgt, der dort hin und her gekreuzt ist. - Sehr cool!

Und das hier war unsere Hausgrille...
... oder "Grass-Hopper", wie wir Cool-People sagen

en route

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