Kundenservice auf Indonesisch
auch wenn wir gerade in Malaysia sind, reiche ich jetzt mal ein paar Beispiele nach, wie die Indonesier es immer ganz stilsicher geschafft haben, uns den Tag möglichst unangenehm zu machen.
Essen gehen
Man sucht sich also ein Restuarant, das irgendwie einen guten Eindruck macht. Dabei kann es zu jeder Tageszeit passieren, dass die Bedienung gemütlich irgendwo übernickt, also sollte man unbedingt auf sich aufmerksam machen. Als nächstes kann man bis zu 10 Minuten Wartezeit einsparen, wenn man mit Elbenaugen den Stapel mit den Speisekarten ausfindig macht und sich schnell selbst eine holt. Ansonsten wartet man eben darauf, dass die Bedienung mit dem allgegenwärtigen und extrem gelangweilten Flip-Flop-Schlurfen, die Speisekarten bringt. Wenn man dann seine Bestellung auf den vorgesehenen Zettel geschrieben hat, kann man nochmals Zeit rausholen, indem man den Zettel selbst zum Tresen bringt. Das heißt aber nicht, dass der Zettel nicht doch noch in der Küche verloren gehen kann und man nach einer Viertelstunde gefragt wird, ob man die Bestellung noch mal aufschreiben kann. Wenn man Glück hat, bekommt man sein Essen in der nächsten halben Stunde, ansonsten kann schon mal 'ne Stunde vergehen. Auf jeden Fall werden die Gerichte aber niemals gleichzeitig serviert. Das könnte ja angenehm sein! Übrigens passiert einem dies alles nicht, wenn man am Straßenstand ißt, die Verkäufer sind richtig auf Zack.
Flugticket kaufen
Die Reisebüros sind gewöhnlich mit unzähligen Mitarbeitern besetzt, wobei jeder eine ganz genaue und natürlich wichtige Aufgabe bekommen hat, die uns aber irgendwie verborgen bleibt. Es scheint, als würden sie eigentlich nur im Internet surfen oder auf ihre Handys tippen. Die Bedienung der Kunden wird dabei nur einer oder maximal zwei Personen zugetraut. Man kommt also in ein Reisebüro, in dem es von Mitarbeitern nur so wimmelt, es nur noch einen weiteren Kunden gibt und man trotzdem warten muss. Wenn man dann rankommt, kämpft man als nächstes mit der Verständigung. Für Jobs im indonesichen Kundenservice ist es Voraussetzung, besonders gut flüstern zu können. Wir verstehen also nur die eher unwichtigen Details wie Abflugzeit, Flugdauer, Verpflegung oder ähnliches. Was für uns wirklich zählt, wie z.B. der Preis und das Datum, erfahren wir erst nach dreimal nachfragen. Es kommt auch vor, dass man der Dame hinter dem Schalter noch andere Fluglinien nennen muss, die ebenfalls auf der gewünschten Strecke fliegen. Irgendwann wird uns klar, dass es den Reisebüros jedenfalls nicht darum geht, uns das beste Angebot zu machen. Wenn wir dann ohne Buchung wieder abzischen, weil der Preis im Internet tausendmal besser ist, ist das den Mitarbeitern auch egal, dann können sie wenigstens wieder auf ihre Handys eintippen.

Für den Flug einchecken
Man sollte sich genau überlegen, ob man wirklich mit der billigsten Fluglinie Indonesiens fliegen möchte, aber wir haben es einfach mal probiert. Als wir also die Check-in Schalter von Lion Air erreichen, sind die drei Warteschlangen nur als verschieden große Trauben zu erkennen. Das erinnert uns irgendwie an Indien. Die erste Traube, die wir wählen, löst sich nach ein paar Minuten auf, weil der Schalter ohne Erklärung geschlossen wird. Wir versuchen es also bei der nächsten. Dabei müssen wir aufpassen wie Schießhunde, dass wir nicht rausgedrängelt werden. Die beliebteste Taktik ist es, von ganz hinten einfach nach vorne zu gehen und sein Gepäck auf die Waage zu legen. Aber das finden sogar die Schalterbeamten zu ungerecht und schicken die frechen Drängler harsch zurück ans Ende der Traube. Die nächste Taktik ist, sich unauffällig vom geschlossenen Nebenschalter zu nähern. Damit kamen einige sogar durch. So kommt es aber, dass der Schalterbeamte sich gezwungen fühlt, mehrere Kunden gleichzeitig zu bedienen. Jeder der also seine Ellbogen auf den Schalter legt und mit dem Buchungszettel unter seiner Nase wedelt, wird erstmal kurz bedient. Das funktioniert nicht so richtig und kein Vorgang wird dabei bis zu Ende erledigt. Dabei geraten manchmal die Buchungszettel und sogar die Pässe etwas durcheinander. Und dann hat ja jeder auch noch Gepäck. Es gibt nur einen Gepäckzettelklebejungen, der aber für zwei Schalterbeamte arbeitet. Alle paar Minuten muss er nachfragen, auf welches Gepäckteil er jetzt eigentlich welchen Aufkleber draufmachen sollte. Da fragt man sich die ganze Zeit, wie das gutgehen soll. Geht es ja auch nicht. Mit uns vermissen noch ungefähr zehn andere Passagiere ihr Gepäck, als wir in Denpasar ankommen.
Einfach mal Tee trinken
Morgens um kurz nach halb acht sitzen wir verschlafen im Tauchladen und stellen fest, dass noch ein Tauchtourist fehlt. Allerdings wurde ihm gesagt, dass wir uns erst um acht treffen. Der Tauchmaster kommt auf die Idee, dass wir ja alle noch 'nen Tee oder Kaffee trinken könnten, solange wir warten. Wir blättern also alle in irgendwelchen Tauchbüchern und machen uns miteinander bekannt, um uns die Zeit zu vertreiben. Gerade als der fehlende Tourist um Punkt acht auftaucht, kommt das Tauchladenmädchen mit einem Tablett von hinten. Darauf stehen erstens zu wenige und zweitens leere Tassen. Sie setzt gerade an, uns zu fragen was wir trinken möchten, als sie tatsächlich selber merkt, dass wir jetzt los müssen. Wir fragen uns was sie die letzten 20 Minuten gemacht hat.
Einen Flug bestätigen
Wenn man auf die wilde Idee kommt, einen gebuchten Flug ein paar Tage vor dem Abflug noch mal zu bestätigen, bekommt man ganz schnell mal eine andere Abflugzeit untergejubelt. Der Reisebüromitarbeiter nimmt also unseren Buchungszettel, antwortet nicht auf unsere Frage, ob eine Bestätigung überhaupt nötig ist, spricht nur mit seinen Kollegen aber natürlich nicht mit uns während er sich ca. 'ne Viertelstunde mit unserem Zettel beschäftigt. Dabei macht er zwischendurch natürlich auch noch andere Sachen, nimmt Telefongespräche entgegen, verschwindet mit unserem zettel untern dem Tisch und am Ende gibt er uns einfach den Buchungszettel mit der draufgekritzelten neuen Abflugzeit zurück, ohne was zu sagen. Aber bei alldem hatten wir total Glück, bei anderen Reisenden wurde der Flug um zwei Tage verschoben.
Ach übrigens sind die Malaysier manchmal auch nicht besser. Wenn wir die Straßenseite wechseln wollen, nehmen sie uns mit dem Auto erst ganz langsam den Vorrang, um dann genau dort zu parken wo wir auf den Bürgersteig rauf wollen. Man könnte meinen sie machen das mit Absicht, aber wahrscheinlich merken sie es einfach nicht.
Essen gehen
Man sucht sich also ein Restuarant, das irgendwie einen guten Eindruck macht. Dabei kann es zu jeder Tageszeit passieren, dass die Bedienung gemütlich irgendwo übernickt, also sollte man unbedingt auf sich aufmerksam machen. Als nächstes kann man bis zu 10 Minuten Wartezeit einsparen, wenn man mit Elbenaugen den Stapel mit den Speisekarten ausfindig macht und sich schnell selbst eine holt. Ansonsten wartet man eben darauf, dass die Bedienung mit dem allgegenwärtigen und extrem gelangweilten Flip-Flop-Schlurfen, die Speisekarten bringt. Wenn man dann seine Bestellung auf den vorgesehenen Zettel geschrieben hat, kann man nochmals Zeit rausholen, indem man den Zettel selbst zum Tresen bringt. Das heißt aber nicht, dass der Zettel nicht doch noch in der Küche verloren gehen kann und man nach einer Viertelstunde gefragt wird, ob man die Bestellung noch mal aufschreiben kann. Wenn man Glück hat, bekommt man sein Essen in der nächsten halben Stunde, ansonsten kann schon mal 'ne Stunde vergehen. Auf jeden Fall werden die Gerichte aber niemals gleichzeitig serviert. Das könnte ja angenehm sein! Übrigens passiert einem dies alles nicht, wenn man am Straßenstand ißt, die Verkäufer sind richtig auf Zack.
Flugticket kaufen
Die Reisebüros sind gewöhnlich mit unzähligen Mitarbeitern besetzt, wobei jeder eine ganz genaue und natürlich wichtige Aufgabe bekommen hat, die uns aber irgendwie verborgen bleibt. Es scheint, als würden sie eigentlich nur im Internet surfen oder auf ihre Handys tippen. Die Bedienung der Kunden wird dabei nur einer oder maximal zwei Personen zugetraut. Man kommt also in ein Reisebüro, in dem es von Mitarbeitern nur so wimmelt, es nur noch einen weiteren Kunden gibt und man trotzdem warten muss. Wenn man dann rankommt, kämpft man als nächstes mit der Verständigung. Für Jobs im indonesichen Kundenservice ist es Voraussetzung, besonders gut flüstern zu können. Wir verstehen also nur die eher unwichtigen Details wie Abflugzeit, Flugdauer, Verpflegung oder ähnliches. Was für uns wirklich zählt, wie z.B. der Preis und das Datum, erfahren wir erst nach dreimal nachfragen. Es kommt auch vor, dass man der Dame hinter dem Schalter noch andere Fluglinien nennen muss, die ebenfalls auf der gewünschten Strecke fliegen. Irgendwann wird uns klar, dass es den Reisebüros jedenfalls nicht darum geht, uns das beste Angebot zu machen. Wenn wir dann ohne Buchung wieder abzischen, weil der Preis im Internet tausendmal besser ist, ist das den Mitarbeitern auch egal, dann können sie wenigstens wieder auf ihre Handys eintippen.

Für den Flug einchecken
Man sollte sich genau überlegen, ob man wirklich mit der billigsten Fluglinie Indonesiens fliegen möchte, aber wir haben es einfach mal probiert. Als wir also die Check-in Schalter von Lion Air erreichen, sind die drei Warteschlangen nur als verschieden große Trauben zu erkennen. Das erinnert uns irgendwie an Indien. Die erste Traube, die wir wählen, löst sich nach ein paar Minuten auf, weil der Schalter ohne Erklärung geschlossen wird. Wir versuchen es also bei der nächsten. Dabei müssen wir aufpassen wie Schießhunde, dass wir nicht rausgedrängelt werden. Die beliebteste Taktik ist es, von ganz hinten einfach nach vorne zu gehen und sein Gepäck auf die Waage zu legen. Aber das finden sogar die Schalterbeamten zu ungerecht und schicken die frechen Drängler harsch zurück ans Ende der Traube. Die nächste Taktik ist, sich unauffällig vom geschlossenen Nebenschalter zu nähern. Damit kamen einige sogar durch. So kommt es aber, dass der Schalterbeamte sich gezwungen fühlt, mehrere Kunden gleichzeitig zu bedienen. Jeder der also seine Ellbogen auf den Schalter legt und mit dem Buchungszettel unter seiner Nase wedelt, wird erstmal kurz bedient. Das funktioniert nicht so richtig und kein Vorgang wird dabei bis zu Ende erledigt. Dabei geraten manchmal die Buchungszettel und sogar die Pässe etwas durcheinander. Und dann hat ja jeder auch noch Gepäck. Es gibt nur einen Gepäckzettelklebejungen, der aber für zwei Schalterbeamte arbeitet. Alle paar Minuten muss er nachfragen, auf welches Gepäckteil er jetzt eigentlich welchen Aufkleber draufmachen sollte. Da fragt man sich die ganze Zeit, wie das gutgehen soll. Geht es ja auch nicht. Mit uns vermissen noch ungefähr zehn andere Passagiere ihr Gepäck, als wir in Denpasar ankommen.
Einfach mal Tee trinken
Morgens um kurz nach halb acht sitzen wir verschlafen im Tauchladen und stellen fest, dass noch ein Tauchtourist fehlt. Allerdings wurde ihm gesagt, dass wir uns erst um acht treffen. Der Tauchmaster kommt auf die Idee, dass wir ja alle noch 'nen Tee oder Kaffee trinken könnten, solange wir warten. Wir blättern also alle in irgendwelchen Tauchbüchern und machen uns miteinander bekannt, um uns die Zeit zu vertreiben. Gerade als der fehlende Tourist um Punkt acht auftaucht, kommt das Tauchladenmädchen mit einem Tablett von hinten. Darauf stehen erstens zu wenige und zweitens leere Tassen. Sie setzt gerade an, uns zu fragen was wir trinken möchten, als sie tatsächlich selber merkt, dass wir jetzt los müssen. Wir fragen uns was sie die letzten 20 Minuten gemacht hat.
Einen Flug bestätigen
Wenn man auf die wilde Idee kommt, einen gebuchten Flug ein paar Tage vor dem Abflug noch mal zu bestätigen, bekommt man ganz schnell mal eine andere Abflugzeit untergejubelt. Der Reisebüromitarbeiter nimmt also unseren Buchungszettel, antwortet nicht auf unsere Frage, ob eine Bestätigung überhaupt nötig ist, spricht nur mit seinen Kollegen aber natürlich nicht mit uns während er sich ca. 'ne Viertelstunde mit unserem Zettel beschäftigt. Dabei macht er zwischendurch natürlich auch noch andere Sachen, nimmt Telefongespräche entgegen, verschwindet mit unserem zettel untern dem Tisch und am Ende gibt er uns einfach den Buchungszettel mit der draufgekritzelten neuen Abflugzeit zurück, ohne was zu sagen. Aber bei alldem hatten wir total Glück, bei anderen Reisenden wurde der Flug um zwei Tage verschoben.
Ach übrigens sind die Malaysier manchmal auch nicht besser. Wenn wir die Straßenseite wechseln wollen, nehmen sie uns mit dem Auto erst ganz langsam den Vorrang, um dann genau dort zu parken wo wir auf den Bürgersteig rauf wollen. Man könnte meinen sie machen das mit Absicht, aber wahrscheinlich merken sie es einfach nicht.
ramone - 22. Aug, 14:20




















