Außenseiter Spitzenreiter
Burma ist eine Welt für sich - widersprüchlich, bezaubernd und voller Kuriositäten.
Kinder und Frauen legen meist eine weiße Kriegsbemalung an. Das dient angeblich zum Schutz vor der Sonne und ist gut für die Haut, ist also eher eine Friedensbemalung. Auf jeden Fall wirkt es auf uns Touris sehr exotisch.
Anmutig erfolgt der Transport jeglicher Waren auf dem Kopf. Daher wahrscheinlich die grundsätzlich aufrecht-gesunde Haltung der meisten Asiaten im Gegensatz zu uns europäischen Bücklingen.

Die Männer tragen traditionell ihren Lungyi. Das ist nicht die Ausnahme sondern die Regel. Nur die Jugend rebelliert zum Teil und gibt Jeans den Vorzug. Umong (in Hsipaw unser Guide vom Stamme der Padaung) hat mir erklärt wie praktisch ein Lungyi doch wäre. Im Dschungel, zu Haus, auf dem Feld usw. Uns ist nur aufgefallen, daß dieser Wickelrock beim Radfahren, Fußballspielen (dazu wird er wie eine Windel hochgebunden) u.ä. Aktivitäten ziemlich hinderlich ist und eine Hose deutlich praktischer wäre. Aber das hab ich lieber für mich behalten, damit dieses wunderbare Beinkleid noch lange die Oberhand behält.

Auf dem Inle See benutzen die Fischer ihre Beine, um mehr Kraft auf das Ruder zu bekommen. Sehr eindrucksvoll aber selbstverständlich nur im Lungyi! Schon das aufrechte Stehen im wackligen Boot ist eine Kunst für sich, bei der ich nicht gut aussehe. Wenn ich dann auch noch mit dem Bein am Ruder hilflos im Wasser rumstochere ist das wahrlich kein schöner Anblick und eine Notwasserung ist greifbar nahe. Vielleicht liegts auch am Lungyi den ich zufällig grad nicht trage. Das majestetische "Legrowing" überlasse ich auf jeden Fall besser den Experten.
Umong hat mich auch über die Schottenfrage aufgeklärt. Der gemeine Burmese trägt Unterwäsche unter seinem Lungyi.
Wenn man jemanden darauf hinweisen möchte, daß er ungünstig dahockt, sodaß man ihm unter den Lungyi schauen kann, dann tut man das auf eine sehr höfliche Art und Weise, die sich in etwa übersetzen läßt zu "Your department store opens also on sundays". Das weiß ich allerdings aus dem Buch "The Trouser People".
Der Ruf eines der freundlichsten Völker der Welt zu sein eilt den Burmesen voraus und kann nur bestätigt werden. Was jedoch zumindest einen Zeitgenossen in Yangon nicht davon abhält, des nächtens meine kostbaren Teva-Sandalen zu entwenden. Für mich der absolute Supergau, da ich nun lernen muß in minderwertigen Flip Flops zu laufen. Das Schuhwerk hatte inzwischen aber auch unermesslichen ideellen Wert für mich, da ich mit diesen Tretern schon in den entlegensten Winkeln dieser Welt gewesen, durch Flüsse gewatet, hohe Berge erklommen, über bezaubernde Korallenriffe geschnorchelt, unzählige male ausgerutscht, mehrmals fies umgeknickt und in etliche Scheißehäufchen getreten bin. Damit nicht genug, läuft nun ein Burmese in viel zu großen Sandalen herum. Zähneknirschend sei es ihm vergönnt!
Abenteuerlich gestaltet es sich, in Burma an Bargeld zu kommen. Das Geldautomaten-Konzept hat sich noch nicht durchgesetzt.
Deshalb tauscht man seine Dollars oder Euronen auf offener Straße, in muffigen Hinterzimmern oder beim Goldhändler auf dem Markt (in absteigender Reihenfolge des Beschiss-Faktors). Wir übertreten gleich mal ein bißchen und tauschen viel zu viel, da uns nicht klar ist, daß die Kosten für die Unterkunft meist in Dollar zu entrichten ist. Das hat aber den Vorteil, daß wir später selbst zu Geldwechslern für andere Backpacker werden.

Das absolut verrückteste in Burma ist aber der Straßenverkehr. Die Fahrzeuge sind für Linksverkehr ausgelegt - gefahren wird aber rechts! Das muß man wirklich gesehen haben, um es zu glauben. Die Briten (wo waren die eigentlich nicht?) haben einst den Linksverkehr etabliert.
Später hat sich dann der allmächtige Diktator Than Shwe von seinem persönlichem Astrologen deuten lassen, daß es besser wäre, fortan auf der rechten Straßenseite zu fahren. Das wurde dann 1970 von einen Tag auf den anderen umgesetzt - nur die Fahrzeuge waren und sind meist noch diesselben. In Bussen hängt deshalb der Schaffner meistens weit aus der Vordertür und berichtet an den Fahrer über die aktuelle Verkehrslage. Vor Überholvorgängen haben diese außerdem eine Technik entwickelt rechts am vorherfahrendem KFZ vorbeizuschauen. Abgesehen davon wird der ÖPNV noch etwas ökonomischer ausgelastet als in anderen Ländern Südostasiens.

Selbst die allgegenwärtigen buddhistischen Mönche haben in Burma einen Sonderstatus. Offensichtlich sind sie die Rebellen des Landes. Wenn sie nicht grad eine vollkommen berechtigte Revolution anzetteln, widmen sie sich dem Glücksspiel, rauchen, fahren mit dem Moped durch die Gegend oder spielen Fußball. Andere Backpacker haben uns berichtet, daß ein Mönch nach einer Tempelführung um eine 100 Dollar Spende gebeten hat. Würde mich nicht wundern wenn einer von den Rotkitteln in 'ner Rockband
den Bass zupft.

Eine bemerkenswerte Sache wäre da noch. Umong hat noch nie was von Mc Donalds gehört und weiß auch nicht was ein Burger ist.
Kinder und Frauen legen meist eine weiße Kriegsbemalung an. Das dient angeblich zum Schutz vor der Sonne und ist gut für die Haut, ist also eher eine Friedensbemalung. Auf jeden Fall wirkt es auf uns Touris sehr exotisch.
Anmutig erfolgt der Transport jeglicher Waren auf dem Kopf. Daher wahrscheinlich die grundsätzlich aufrecht-gesunde Haltung der meisten Asiaten im Gegensatz zu uns europäischen Bücklingen.

Die Männer tragen traditionell ihren Lungyi. Das ist nicht die Ausnahme sondern die Regel. Nur die Jugend rebelliert zum Teil und gibt Jeans den Vorzug. Umong (in Hsipaw unser Guide vom Stamme der Padaung) hat mir erklärt wie praktisch ein Lungyi doch wäre. Im Dschungel, zu Haus, auf dem Feld usw. Uns ist nur aufgefallen, daß dieser Wickelrock beim Radfahren, Fußballspielen (dazu wird er wie eine Windel hochgebunden) u.ä. Aktivitäten ziemlich hinderlich ist und eine Hose deutlich praktischer wäre. Aber das hab ich lieber für mich behalten, damit dieses wunderbare Beinkleid noch lange die Oberhand behält.

Auf dem Inle See benutzen die Fischer ihre Beine, um mehr Kraft auf das Ruder zu bekommen. Sehr eindrucksvoll aber selbstverständlich nur im Lungyi! Schon das aufrechte Stehen im wackligen Boot ist eine Kunst für sich, bei der ich nicht gut aussehe. Wenn ich dann auch noch mit dem Bein am Ruder hilflos im Wasser rumstochere ist das wahrlich kein schöner Anblick und eine Notwasserung ist greifbar nahe. Vielleicht liegts auch am Lungyi den ich zufällig grad nicht trage. Das majestetische "Legrowing" überlasse ich auf jeden Fall besser den Experten.
Umong hat mich auch über die Schottenfrage aufgeklärt. Der gemeine Burmese trägt Unterwäsche unter seinem Lungyi.
Wenn man jemanden darauf hinweisen möchte, daß er ungünstig dahockt, sodaß man ihm unter den Lungyi schauen kann, dann tut man das auf eine sehr höfliche Art und Weise, die sich in etwa übersetzen läßt zu "Your department store opens also on sundays". Das weiß ich allerdings aus dem Buch "The Trouser People".
Der Ruf eines der freundlichsten Völker der Welt zu sein eilt den Burmesen voraus und kann nur bestätigt werden. Was jedoch zumindest einen Zeitgenossen in Yangon nicht davon abhält, des nächtens meine kostbaren Teva-Sandalen zu entwenden. Für mich der absolute Supergau, da ich nun lernen muß in minderwertigen Flip Flops zu laufen. Das Schuhwerk hatte inzwischen aber auch unermesslichen ideellen Wert für mich, da ich mit diesen Tretern schon in den entlegensten Winkeln dieser Welt gewesen, durch Flüsse gewatet, hohe Berge erklommen, über bezaubernde Korallenriffe geschnorchelt, unzählige male ausgerutscht, mehrmals fies umgeknickt und in etliche Scheißehäufchen getreten bin. Damit nicht genug, läuft nun ein Burmese in viel zu großen Sandalen herum. Zähneknirschend sei es ihm vergönnt!Abenteuerlich gestaltet es sich, in Burma an Bargeld zu kommen. Das Geldautomaten-Konzept hat sich noch nicht durchgesetzt.
Deshalb tauscht man seine Dollars oder Euronen auf offener Straße, in muffigen Hinterzimmern oder beim Goldhändler auf dem Markt (in absteigender Reihenfolge des Beschiss-Faktors). Wir übertreten gleich mal ein bißchen und tauschen viel zu viel, da uns nicht klar ist, daß die Kosten für die Unterkunft meist in Dollar zu entrichten ist. Das hat aber den Vorteil, daß wir später selbst zu Geldwechslern für andere Backpacker werden.
Das absolut verrückteste in Burma ist aber der Straßenverkehr. Die Fahrzeuge sind für Linksverkehr ausgelegt - gefahren wird aber rechts! Das muß man wirklich gesehen haben, um es zu glauben. Die Briten (wo waren die eigentlich nicht?) haben einst den Linksverkehr etabliert.
Später hat sich dann der allmächtige Diktator Than Shwe von seinem persönlichem Astrologen deuten lassen, daß es besser wäre, fortan auf der rechten Straßenseite zu fahren. Das wurde dann 1970 von einen Tag auf den anderen umgesetzt - nur die Fahrzeuge waren und sind meist noch diesselben. In Bussen hängt deshalb der Schaffner meistens weit aus der Vordertür und berichtet an den Fahrer über die aktuelle Verkehrslage. Vor Überholvorgängen haben diese außerdem eine Technik entwickelt rechts am vorherfahrendem KFZ vorbeizuschauen. Abgesehen davon wird der ÖPNV noch etwas ökonomischer ausgelastet als in anderen Ländern Südostasiens.
Selbst die allgegenwärtigen buddhistischen Mönche haben in Burma einen Sonderstatus. Offensichtlich sind sie die Rebellen des Landes. Wenn sie nicht grad eine vollkommen berechtigte Revolution anzetteln, widmen sie sich dem Glücksspiel, rauchen, fahren mit dem Moped durch die Gegend oder spielen Fußball. Andere Backpacker haben uns berichtet, daß ein Mönch nach einer Tempelführung um eine 100 Dollar Spende gebeten hat. Würde mich nicht wundern wenn einer von den Rotkitteln in 'ner Rockband
den Bass zupft.

Eine bemerkenswerte Sache wäre da noch. Umong hat noch nie was von Mc Donalds gehört und weiß auch nicht was ein Burger ist.
diestel - 25. Mär, 10:29




















