Grenzgefechte
Im "Planeten" les ich auf den ersten Seiten zu Vietnam irgendwas von "Copy Culture", "Pirating" und anderen Plagiatsvorwürfen. Die Vietnamesen machen angeblich alles nach. Doch gleich das erste Bild das ich schiesse, beweist das Gegenteil.

THF NOBTK EACF steht auf dem Rucksack eines Passagiers in unserem Minibus von der kamodschanischen Grenze nach Pleiku. Hab ich noch nie gehört - muß eindeutig 'ne vietnamesische Marke sein. Also alles wieder mal nur Vorurteile.
Doch bevor wir in diesem Minibus sitzen, bekommen wir einen Vorgeschmack auf das was noch kommen soll, denn wir sind in unser erstes kleines Handgemenge verwickelt. Ein Minibus-Fahrer hat uns nämlich schon eingesackt, macht aber keine Anstalten loszufahren. Also checke ich das Gefährt vor uns, welches emsig mit Gütern und Menschen befüllt wird. Wir können für einen vernünftigen Preis mit. Doch der Fahrer vom ersten Minibus sieht seinen Gewinn dahinschwinden und will unser Gepäck nicht wieder freigeben. Also nehme ich es gewaltsam wieder an mich und wir zischen mit dem anderen Minibus ab.
Doch zu früh gefreut. In Pleiku angekommen will der Fahrer von uns einen viel höheren Preis als vereinbart. Hartnäckig versuche ich in Englisch zu erklären, warum wir nicht mehr zahlen als alle anderen. Der Fahrer, sein Gehilfe und einige Einheimische versuchen uns mit Händen und Füßen vom Gegenteil zu überzeugen und es herrscht eine große Aufruhr und ein paar Schaulustige gesellen sich bereits dazu. Auch dieser Fahrer vergreift sich an unserem Gepäck und wir stehen mit unseren Rucksäcken fest an uns verzurrt, den Kleinkram an uns klammernd und diskutieren hitzig weiter. Ich schlage vor die Polizei hinzuzuholen, um die Sache zu klären. Da meint er wir sollen einsteigen, er würde mit uns hinfahren. Aber wir steigen bestimmt nich wieder ein - wer weiß wo der mit uns hin will.
Schließlich drück ich ihm das kleine Geld in die Hand, deren Annahme er die ganze Zeit verweigert hat und wir kehren ihm den Rücken und marschieren zügig ab. Ich rechne noch mit einem Übergriff von hinten, aber sie lassen uns ziehen.
Mit zittrigen Händen löffeln wir am Busbahnhof eine Reisnudelsuppe, bevor uns ein offizieller, "großer" Bus mit Preisaushang weiter nach Kon Tum bringt. Was für ein unangenehmer Einstieg in unser letztes Reiseland.

Kon Tum ist herrlich untouristisch, was nicht nur Vorteile hat. Es gestaltet sich schwierig an ein paar Mietfahrräder zu kommen, um die nähere Umgebung zu erkunden. Dafür schekern wir mit ein paar Thälmann Pionieren, die grad Schulschluß haben und trinken am Straßenrand köstlichen Zuckerrohrsaft mit ihnen.
Unser Hotel hat unheimlich hohen Komfort; dafür kein Flair und die Stadt ist geradzu klinisch sauber - wenn man gerade aus Kambodscha kommt.

In unmittelbarer Stadtnähe gibt es ein paar idyllische traditionelle Bahnar Siedlungen. Diese haben imposante Gemeinschaftshäuser auf Stelzen mit extrem viel Dach für so wenig Haus.
Davor spielen ein paar Jungs Fußball. Offensichtlich ist es üblich, daß die Verlierer die Gewinner huckepack über die Strasse tragen. So sind die verdammten Regeln.

Der Gegensatz der Systeme ist hier keiner. Wahlkampfplakate zum nächsten 5-Jahres-Plan koexistieren friedlich mit Werbebannern westlicher Markenprodukte. Anders als in Kuba wo die Coca Cola aus Mexiko importiert wird oder man auf die verblüffend ähnlich aussehende Tu Kola zurückgreift, gibt es hier Coca Cola "exklusiv für den Verkauf im sozialistischen Vietnam". Mit dieser gestärkt geht's weiter über Danang nach Hoi An.


THF NOBTK EACF steht auf dem Rucksack eines Passagiers in unserem Minibus von der kamodschanischen Grenze nach Pleiku. Hab ich noch nie gehört - muß eindeutig 'ne vietnamesische Marke sein. Also alles wieder mal nur Vorurteile.
Doch bevor wir in diesem Minibus sitzen, bekommen wir einen Vorgeschmack auf das was noch kommen soll, denn wir sind in unser erstes kleines Handgemenge verwickelt. Ein Minibus-Fahrer hat uns nämlich schon eingesackt, macht aber keine Anstalten loszufahren. Also checke ich das Gefährt vor uns, welches emsig mit Gütern und Menschen befüllt wird. Wir können für einen vernünftigen Preis mit. Doch der Fahrer vom ersten Minibus sieht seinen Gewinn dahinschwinden und will unser Gepäck nicht wieder freigeben. Also nehme ich es gewaltsam wieder an mich und wir zischen mit dem anderen Minibus ab.
Doch zu früh gefreut. In Pleiku angekommen will der Fahrer von uns einen viel höheren Preis als vereinbart. Hartnäckig versuche ich in Englisch zu erklären, warum wir nicht mehr zahlen als alle anderen. Der Fahrer, sein Gehilfe und einige Einheimische versuchen uns mit Händen und Füßen vom Gegenteil zu überzeugen und es herrscht eine große Aufruhr und ein paar Schaulustige gesellen sich bereits dazu. Auch dieser Fahrer vergreift sich an unserem Gepäck und wir stehen mit unseren Rucksäcken fest an uns verzurrt, den Kleinkram an uns klammernd und diskutieren hitzig weiter. Ich schlage vor die Polizei hinzuzuholen, um die Sache zu klären. Da meint er wir sollen einsteigen, er würde mit uns hinfahren. Aber wir steigen bestimmt nich wieder ein - wer weiß wo der mit uns hin will.
Schließlich drück ich ihm das kleine Geld in die Hand, deren Annahme er die ganze Zeit verweigert hat und wir kehren ihm den Rücken und marschieren zügig ab. Ich rechne noch mit einem Übergriff von hinten, aber sie lassen uns ziehen.
Mit zittrigen Händen löffeln wir am Busbahnhof eine Reisnudelsuppe, bevor uns ein offizieller, "großer" Bus mit Preisaushang weiter nach Kon Tum bringt. Was für ein unangenehmer Einstieg in unser letztes Reiseland.

Kon Tum ist herrlich untouristisch, was nicht nur Vorteile hat. Es gestaltet sich schwierig an ein paar Mietfahrräder zu kommen, um die nähere Umgebung zu erkunden. Dafür schekern wir mit ein paar Thälmann Pionieren, die grad Schulschluß haben und trinken am Straßenrand köstlichen Zuckerrohrsaft mit ihnen.
Unser Hotel hat unheimlich hohen Komfort; dafür kein Flair und die Stadt ist geradzu klinisch sauber - wenn man gerade aus Kambodscha kommt.

In unmittelbarer Stadtnähe gibt es ein paar idyllische traditionelle Bahnar Siedlungen. Diese haben imposante Gemeinschaftshäuser auf Stelzen mit extrem viel Dach für so wenig Haus.
Davor spielen ein paar Jungs Fußball. Offensichtlich ist es üblich, daß die Verlierer die Gewinner huckepack über die Strasse tragen. So sind die verdammten Regeln.

Der Gegensatz der Systeme ist hier keiner. Wahlkampfplakate zum nächsten 5-Jahres-Plan koexistieren friedlich mit Werbebannern westlicher Markenprodukte. Anders als in Kuba wo die Coca Cola aus Mexiko importiert wird oder man auf die verblüffend ähnlich aussehende Tu Kola zurückgreift, gibt es hier Coca Cola "exklusiv für den Verkauf im sozialistischen Vietnam". Mit dieser gestärkt geht's weiter über Danang nach Hoi An.

diestel - 15. Jan, 17:20




















