The Motorcycle Diaries
Von Tha Khaek aus starten wir in unsere 3-Tages-Moped-Rundfahrt. Zunächst machen wir am Tha Falang Flußlauf halt, in dem offensichtlich gerade Crocodile Dundee, Indiana Jones oder gar Chuck Norris badet. Zu sehen ist niemand - nur die frisch erlegte Schlange (das Blut tropft noch) und die Klamotten, lässig über 'nen Ast geworfen, zeugen von der Anwesenheit eines echten Superhelden. Aus Sicherheitsgründen baden wir etwas weiter flußabwärts...

Von Höhlen haben wir zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon genug und wir lassen die meisten links (oder rechts) liegen. Eine der größeren namens Tham Nang Aen nehmen wir dann aber doch mit, was sich sofort rächt. Ich knick mir beim Durchhetzen ziemlich effektvoll den linken Fuß um und bin für die nächsten Wochen mit einem anständigen Bänderriss unterwegs. Aus Erfahrung weiß ich, daß die Schulmedizin hier auch nichts macht, außer vorläufig ruhigstellen.

Ruhigstellen is grad besonders schlecht, da ich mit dem linken Fuß schalten muß. Abends in Ban Tha Long macht Ramona im Schnelldurchlauf bei uns ihren Mopedführerschein und übernimmt tags darauf schon einige Passagen. Über weite Strecken kann ich aber selbst fahren indem Ramona als Sozius in einem Akt akrobatischer Anomalie auf Anweisung für mich im rechten Augenblick schaltet.

Die Idylle trügt zum Teil. Weite Teile dieses Streckenabschnitts sind für ein riesiges Staudammprojekt überschwemmt. Dazu sind Straßen aufgeschüttet, Brücken gebaut, Dörfer umgesiedelt und es fahren Boote wo vormals noch Mopeds kurvten. Die ertrunkenen Bäume - stumme Zeugen menschlichen Terraformings. Laos verdient die meisten Devisen mit dem Stromexport, wenn ich mich recht erinnere.
Die Strecke von Ban Tha Long nach Lak Sao ist besonders unwegsam und staubig. Entgegenkommende LKWs hüllen uns stundenlang in eine undurchdringliche rotbraune Staubwolke, die wir in tiefen Zügen in unsere Lungen pumpen. In Lak Sao angekommen haben wir das perfekte Motorrad-Makeup angelegt. Herrlich.

Das schöne an Laos ist seine Ländlichkeit. Mensch und Tier teilen denselben Lebensraum. Und dazu gehören oft genug die Straßen und Wege auf denen wir unterwegs sind. Meist handelt es sich bei den Hindernissen um 'ne Kuh, mehrere Kühe oder 'nen motorisierten Ochsen.

Neben diesen natürlichen Schikanen für den Motoristen trifft man immer wieder mal auf ein paar putzige Schlaglöcher. Laos ist außerdem das meistbombardierte Land der Welt und aufgrund von herumliegender, nichthochgegangener Munition (UXO = unexplodaded ordnance) ist es ratsam auf den befahrenen Wegen zu bleiben.

Am zweiten Abend gelangen wir über eine weite Ebene, die von 3 Seiten von steilen Hängen eingeschlossen ist, zum Vorort der Konglor Cave. Die untergehende Sonne taucht das Tal in ein atemberaubendes Panorama. - Was bin ich heut poetisch!

In die Konglor-Höhle selbst fahren wir am darauffolgenden Tag in absoluter Finsternis - bzw. mit der Funzel des Steuermanns - geschätzte 5km mit dem Boot stromaufwärts in den Berg hinein. An mehreren Stellen muß das Boot umgesetzt oder ein paar Stromschnellis hochgezerrt werden. Dazu müssen wir immer wieder aus dem Boot und etwas durch den Fluß waten bzw. humpeln. Am Ende des Tunnels ist tatsächlich Licht und der Fluß hat wieder einen Himmel. Hier kann man gekählte Getrünke erwerben und die zu Zeiten des Vietnamkriegs populäre Dosenkunst bewundern.

Doch Kuh-Schikanen hin und UXO her, das was die Reise durchs Land eigentlich ausmacht sind die freundlichen Menschen ringsumher. Besonders die Kinder machen aus ihrer Aufregung keinen Hehl, wenn sie mal wieder einem vorbeiknatterndem Falang begeistert zuwinken können. So geht es also vorbei an badenden Kindern, gleichgültigen Reisbäuerinnen, Landbauern mit ihren klassischen Zugmaschinen, radelndenen Schulmädchen, Reusen-hut-trägerinnen und Strohkindern.

Doch was wäre ein Mopedtripp ohne echte Panne. Birne rammt deshalb - vermutlich in voller Absicht - ca. 50 km vor der Zielgeraden einen langen Nagel in den Hinterreifen seines KFZs. Schon nach 5 min merke ich, daß er nicht mehr hinter uns ist...

Nach kurzer Verwirrung im nächstgelegenen Dorf darüber wer sich unseres Problems annimmt, befindet sich Birnes Zweirad in professioneller Obhut eines freundlichen Einheimischen. Da der Schlauch hin ist, düse ich mit dem Helfer in ein weiteres, vermutlich größeres Dorf, um dort für wenige tausend Kippen einen "nagelneuen" Schlauch zu erstehen. Das alles, wohlgemerkt, mit einem geschmeidigen Bänderriss am Hacken, bzw. Knöchel. Ramona und Birne halten derweil Maulaffenfeil (ein herrliches Wort).

Unter den neugierigen Augen der Nachbarn und Birnes fachmännischer Anleitung wird das Krad wieder straßentauglich gemacht. In einer Geste der Erleichterung berappt Birne ein paar weitere tausend Kippen, um damit den laotischen Monteur zu entlöhnen.
Die Reparatur hat wertvolle Zeit gekostet und wir müssen nochmal richtig Gas geben, um vor Einbruch von Dunkelheit und Kälte zurück in Tha Kaek zu sein. Doch es nützt nix. Schon bald fang ich auf der Kiste an zu klappern vor Kälte. Als es dunkel wird, kann ich zwischen zwei Formen der Blindheit wählen: vor Insektenflug geschützt mit Sonnenbrille aber in totaler Finsternis oder ohne Sonnenbrille mit Restlicht aber einem Insekteninferno, das auf die Netzhaut prasselt. In abwechselnder Kombination beider Methoden gelangen wir schließlich durchgefroren und erschöpft doch halbheil an.

Für Birne ist hier Schluß mit Laos-lustig. Er wird von uns tags darauf über den Mekong nach Thailand 'abgeschoben'.

Von Höhlen haben wir zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon genug und wir lassen die meisten links (oder rechts) liegen. Eine der größeren namens Tham Nang Aen nehmen wir dann aber doch mit, was sich sofort rächt. Ich knick mir beim Durchhetzen ziemlich effektvoll den linken Fuß um und bin für die nächsten Wochen mit einem anständigen Bänderriss unterwegs. Aus Erfahrung weiß ich, daß die Schulmedizin hier auch nichts macht, außer vorläufig ruhigstellen.

Ruhigstellen is grad besonders schlecht, da ich mit dem linken Fuß schalten muß. Abends in Ban Tha Long macht Ramona im Schnelldurchlauf bei uns ihren Mopedführerschein und übernimmt tags darauf schon einige Passagen. Über weite Strecken kann ich aber selbst fahren indem Ramona als Sozius in einem Akt akrobatischer Anomalie auf Anweisung für mich im rechten Augenblick schaltet.

Die Idylle trügt zum Teil. Weite Teile dieses Streckenabschnitts sind für ein riesiges Staudammprojekt überschwemmt. Dazu sind Straßen aufgeschüttet, Brücken gebaut, Dörfer umgesiedelt und es fahren Boote wo vormals noch Mopeds kurvten. Die ertrunkenen Bäume - stumme Zeugen menschlichen Terraformings. Laos verdient die meisten Devisen mit dem Stromexport, wenn ich mich recht erinnere.
Die Strecke von Ban Tha Long nach Lak Sao ist besonders unwegsam und staubig. Entgegenkommende LKWs hüllen uns stundenlang in eine undurchdringliche rotbraune Staubwolke, die wir in tiefen Zügen in unsere Lungen pumpen. In Lak Sao angekommen haben wir das perfekte Motorrad-Makeup angelegt. Herrlich.

Das schöne an Laos ist seine Ländlichkeit. Mensch und Tier teilen denselben Lebensraum. Und dazu gehören oft genug die Straßen und Wege auf denen wir unterwegs sind. Meist handelt es sich bei den Hindernissen um 'ne Kuh, mehrere Kühe oder 'nen motorisierten Ochsen.

Neben diesen natürlichen Schikanen für den Motoristen trifft man immer wieder mal auf ein paar putzige Schlaglöcher. Laos ist außerdem das meistbombardierte Land der Welt und aufgrund von herumliegender, nichthochgegangener Munition (UXO = unexplodaded ordnance) ist es ratsam auf den befahrenen Wegen zu bleiben.

Am zweiten Abend gelangen wir über eine weite Ebene, die von 3 Seiten von steilen Hängen eingeschlossen ist, zum Vorort der Konglor Cave. Die untergehende Sonne taucht das Tal in ein atemberaubendes Panorama. - Was bin ich heut poetisch!

In die Konglor-Höhle selbst fahren wir am darauffolgenden Tag in absoluter Finsternis - bzw. mit der Funzel des Steuermanns - geschätzte 5km mit dem Boot stromaufwärts in den Berg hinein. An mehreren Stellen muß das Boot umgesetzt oder ein paar Stromschnellis hochgezerrt werden. Dazu müssen wir immer wieder aus dem Boot und etwas durch den Fluß waten bzw. humpeln. Am Ende des Tunnels ist tatsächlich Licht und der Fluß hat wieder einen Himmel. Hier kann man gekählte Getrünke erwerben und die zu Zeiten des Vietnamkriegs populäre Dosenkunst bewundern.

Doch Kuh-Schikanen hin und UXO her, das was die Reise durchs Land eigentlich ausmacht sind die freundlichen Menschen ringsumher. Besonders die Kinder machen aus ihrer Aufregung keinen Hehl, wenn sie mal wieder einem vorbeiknatterndem Falang begeistert zuwinken können. So geht es also vorbei an badenden Kindern, gleichgültigen Reisbäuerinnen, Landbauern mit ihren klassischen Zugmaschinen, radelndenen Schulmädchen, Reusen-hut-trägerinnen und Strohkindern.

Doch was wäre ein Mopedtripp ohne echte Panne. Birne rammt deshalb - vermutlich in voller Absicht - ca. 50 km vor der Zielgeraden einen langen Nagel in den Hinterreifen seines KFZs. Schon nach 5 min merke ich, daß er nicht mehr hinter uns ist...

Nach kurzer Verwirrung im nächstgelegenen Dorf darüber wer sich unseres Problems annimmt, befindet sich Birnes Zweirad in professioneller Obhut eines freundlichen Einheimischen. Da der Schlauch hin ist, düse ich mit dem Helfer in ein weiteres, vermutlich größeres Dorf, um dort für wenige tausend Kippen einen "nagelneuen" Schlauch zu erstehen. Das alles, wohlgemerkt, mit einem geschmeidigen Bänderriss am Hacken, bzw. Knöchel. Ramona und Birne halten derweil Maulaffenfeil (ein herrliches Wort).

Unter den neugierigen Augen der Nachbarn und Birnes fachmännischer Anleitung wird das Krad wieder straßentauglich gemacht. In einer Geste der Erleichterung berappt Birne ein paar weitere tausend Kippen, um damit den laotischen Monteur zu entlöhnen.
Die Reparatur hat wertvolle Zeit gekostet und wir müssen nochmal richtig Gas geben, um vor Einbruch von Dunkelheit und Kälte zurück in Tha Kaek zu sein. Doch es nützt nix. Schon bald fang ich auf der Kiste an zu klappern vor Kälte. Als es dunkel wird, kann ich zwischen zwei Formen der Blindheit wählen: vor Insektenflug geschützt mit Sonnenbrille aber in totaler Finsternis oder ohne Sonnenbrille mit Restlicht aber einem Insekteninferno, das auf die Netzhaut prasselt. In abwechselnder Kombination beider Methoden gelangen wir schließlich durchgefroren und erschöpft doch halbheil an.

Für Birne ist hier Schluß mit Laos-lustig. Er wird von uns tags darauf über den Mekong nach Thailand 'abgeschoben'.
diestel - 8. Feb, 13:54





















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