Kambodscha - Tempelitis
Kambodscha sieht aus wie Indien mit Thailaendern drin. Zumindest die Strasse von der Grenze bis nach Siem Reap kann voll mit den indischen konkurrieren - und die Leute sehen aus wie unsere Krankenschwestern in Bangkok :)
Die Kambodschjanerinnen und -indianer sind genauso freundlich aber nochmal deutlich entspannter und lassen es richtig ruhig angehn. D.h. Haengematte ist Satz und um die bruetende Mittagszeit herum geht garnichts. Auf unserer Tempeltour haben wir das genossen und das Angebot, nach unseren Mittagssuppen, -reis oder Khmer-Curry-Ensembles, ein halbes Stuendchen in der Matte abzuhaengen, gerne angenommen.
Kambodscha ist immer noch Minengebiet und in vielen Gegenden ist es ratsam, auf den befahren Strassen zu bleiben und nicht frei im Gelaende herumzustreifen.

Nach wie vor gibt es jede Menge Minenopfer, vor allem auch Kinder, und man sieht viele Menschen mit Amputationen und Verstuemmelungen.
Damit nicht genug, erholt sich das Land immer noch vom Khmer Rouge System (1975-79), welches Millionen Todesopfer gefordert hat. Davon hatte ich vorher noch nie gehoert. Da sieht man mal, wie wenig man von fremder Geschichte weiss. Es gibt jede Menge Zeugnis davon - hier sind wir an einer Schule fuer Waisenkinder, wo fuer die Gedenkstaette die Schaedel und Knochen einiger tausend Opfer gesammelt wurden. Wenn man dichter rangeht erkennt man die Spuren der Folterungen und Hinrichtungen.

Das Buch "The Gate", welches ich gerade lese, handelt von einem Franzosen, der als einer der wenigen als Gefangener eines Konzentrationslagers ueberlebt hat. (siehe Buecherliste).
Die Tempelanlagen von Angkor sind Kambodschas Gelddruckmaschinen. Fuer unseren 3-Tages Pass waren US$40 pro Nase faellig - und man ist da nicht alleine unterwegs! Besser ausgedrueckt: Ich hatte die Gelegenheit die hohe Kunst des 'Bild ohne Fremd-Touristen schiessen' bis zur Perfektion zu verfeinern...

Deshalb sind solche Aufnahmen nicht nur wegen der unglaublichen 'Natur siegt ueber Mensch'-Zeugnisse so beeindruckend, sondern auch, weil man dafuer praktisch Schlange stehen, bzw. ein gutes Timing entwickeln muss. Die meisten Leute muessen auch unbedingt mit aufs Bild, was die Sache zusaetzlich erschwert. Andererseits sieht man dadurch besser wie gigantisch gross die Baeume sind, die sich da ins antike Gemaeuer gefressen haben.

Aber richtig schlimm wars eigentlich nur bei Angkor Wat selbst und da waren wir erst am letzten Tag und praktisch schon total tempeltourmuede. Bei den anderen Tempeln, die uns meist viel besser gefallen haben, war man durchaus auch mal 2min allein.

Wir haben schnell herausgefunden, dass man mit einer antizyklischen Vorgehensweise viel entspannter und ungestoerter die Tempel erkunden kann. Das faengt schon beim Transportmittel an. Die meisten lassen sich mit 'nem TukTuk (das ist wie 'ne Rickshaw, mit 'nem Moped vorne dran) zwischen den Tempeln herumkutschieren. Wir haben zuerst Fahrraeder genutzt und spaeter Elektrobikes - total geil. Die machen 30 Sachen und sind dabei absolut geraeuschfrei.

Einmal wurde ich jedoch Opfer eines fiesen Sabotageaktes. Nach einer Tempelerkundung + Mittagsauszeit machte mein Bock nur noch auf halbe Kraft. Die Akkus kann man an Elektrobike-Stationen (alle paar Kilometer) gegen frische eintauschen. Nur hat das dieses mal keine Abhilfe gebracht. Ich hab an jeder Station den Akku wechseln lassen und die Problematik erklaert. Aber keiner konnte helfen oder konnte/wollte unser Englisch verstehen. 15km/h ist aber praktisch wie schnelles Gehen und nach kurzer Zeit warn wir trotz interessanter Umgebung ziemlich gefrustet.

Schliesslich konnte ein freundlicher Einheimischer Abhilfe schaffen, indem er einfach eine elektrische Steckverbindung aufgetrennt hat.
Da haben wir festgestellt, dass die Elektrobikes standardmaessig im getunten Modus laufen und eigentlich nur 15km/h schnell sein sollten. Irgendjemand - wahrscheinlich einer der 'unbestechlichen' Verkehrspolizisten - hat also in unserer Abwesenheit die Kaebelchen zusammengesteckt und mich dadurch ausgebremst.
Naja, nach dem Re-Tuning konnte ich die Kiste wieder im roten Bereich betreiben und da die Einheimischen extrem langsam fahren, kann man schon mal das ein oder andere Moped ueberholen. Die 4-5 Leute pro Moped freuen sich dann immer total und winken, worauf ich mit einem Power-Hupen-Konzert geantwortet hab. Von anderen Alternativen zur Fortbewegung haben wir abgesehen.

Von der totalen Ueberbelegung der Mopeds abgesehen, haben die meisten auch noch total abgefahrene Heckkonstruktion mit denen sich diverse Dinge transportieren lassen, z.B. 50 tote Huehnchen auf Stangen aufgehaengt. Am geilsten sieht es aber aus, wenn sich einer 2-3 tote Schweine hinten quer auf den Paecki geschnallt hat.
Offizielle Waehrung ist der Riel (so wie 'unreal'). Gezahlt wird aber auch in thailaendischen Baht; hauptsaechlich aber in US$. Wenn man in US$ bezahlt, bekommt man sein Wechselgeld meist in Riel zurueck. Wenn man bei dem Durcheinander an Waehrungen dann auch noch wissen will wieviel Euro man grad verprasst hat, wirds richtig kompliziert. Mit €200 ist man jedenfalls Millionaer (1€ sind ca. 5000 Riel).
Hatte ich erwaehnt, dass man an den einzelnen Tempelanlagen Heerscharen von Kindern abwimmeln muss, die einem jede Menge sinnvolle und sinnlose Dinge verkaufen wollen/muessen. Als bekennender Anti-Shopper haben sie damit bei mir natuerlich keine Chance - abgesehen von ein paar gekaehlten Getruenken. Stattdessen hab ich die Luetten in Gespraeche verwickelt und sie mit unsern Baguettes gefuettert, dann werden sie wieder zu ganz normalen Kindern und nicht mehr so zudringlich.

Die kleinen Scheisser sprechen erstaunlich gut Englisch und ein paar Brocken aller weiteren, von Touristen vertretenden, Sprachen.
Am letzten Tempeltag haben wir noch dieses lustige Wasserrad entdeckt - bedingt durch die Schleichgeschwindigkeit, hervorgerufen durch o.g. Sabotageakt. Es hat alles seinen tiefen Sinn :)
Die Kambodschjanerinnen und -indianer sind genauso freundlich aber nochmal deutlich entspannter und lassen es richtig ruhig angehn. D.h. Haengematte ist Satz und um die bruetende Mittagszeit herum geht garnichts. Auf unserer Tempeltour haben wir das genossen und das Angebot, nach unseren Mittagssuppen, -reis oder Khmer-Curry-Ensembles, ein halbes Stuendchen in der Matte abzuhaengen, gerne angenommen.
Kambodscha ist immer noch Minengebiet und in vielen Gegenden ist es ratsam, auf den befahren Strassen zu bleiben und nicht frei im Gelaende herumzustreifen.

Nach wie vor gibt es jede Menge Minenopfer, vor allem auch Kinder, und man sieht viele Menschen mit Amputationen und Verstuemmelungen.
Damit nicht genug, erholt sich das Land immer noch vom Khmer Rouge System (1975-79), welches Millionen Todesopfer gefordert hat. Davon hatte ich vorher noch nie gehoert. Da sieht man mal, wie wenig man von fremder Geschichte weiss. Es gibt jede Menge Zeugnis davon - hier sind wir an einer Schule fuer Waisenkinder, wo fuer die Gedenkstaette die Schaedel und Knochen einiger tausend Opfer gesammelt wurden. Wenn man dichter rangeht erkennt man die Spuren der Folterungen und Hinrichtungen.

Das Buch "The Gate", welches ich gerade lese, handelt von einem Franzosen, der als einer der wenigen als Gefangener eines Konzentrationslagers ueberlebt hat. (siehe Buecherliste).
Die Tempelanlagen von Angkor sind Kambodschas Gelddruckmaschinen. Fuer unseren 3-Tages Pass waren US$40 pro Nase faellig - und man ist da nicht alleine unterwegs! Besser ausgedrueckt: Ich hatte die Gelegenheit die hohe Kunst des 'Bild ohne Fremd-Touristen schiessen' bis zur Perfektion zu verfeinern...

Deshalb sind solche Aufnahmen nicht nur wegen der unglaublichen 'Natur siegt ueber Mensch'-Zeugnisse so beeindruckend, sondern auch, weil man dafuer praktisch Schlange stehen, bzw. ein gutes Timing entwickeln muss. Die meisten Leute muessen auch unbedingt mit aufs Bild, was die Sache zusaetzlich erschwert. Andererseits sieht man dadurch besser wie gigantisch gross die Baeume sind, die sich da ins antike Gemaeuer gefressen haben.

Aber richtig schlimm wars eigentlich nur bei Angkor Wat selbst und da waren wir erst am letzten Tag und praktisch schon total tempeltourmuede. Bei den anderen Tempeln, die uns meist viel besser gefallen haben, war man durchaus auch mal 2min allein.

Wir haben schnell herausgefunden, dass man mit einer antizyklischen Vorgehensweise viel entspannter und ungestoerter die Tempel erkunden kann. Das faengt schon beim Transportmittel an. Die meisten lassen sich mit 'nem TukTuk (das ist wie 'ne Rickshaw, mit 'nem Moped vorne dran) zwischen den Tempeln herumkutschieren. Wir haben zuerst Fahrraeder genutzt und spaeter Elektrobikes - total geil. Die machen 30 Sachen und sind dabei absolut geraeuschfrei.

Einmal wurde ich jedoch Opfer eines fiesen Sabotageaktes. Nach einer Tempelerkundung + Mittagsauszeit machte mein Bock nur noch auf halbe Kraft. Die Akkus kann man an Elektrobike-Stationen (alle paar Kilometer) gegen frische eintauschen. Nur hat das dieses mal keine Abhilfe gebracht. Ich hab an jeder Station den Akku wechseln lassen und die Problematik erklaert. Aber keiner konnte helfen oder konnte/wollte unser Englisch verstehen. 15km/h ist aber praktisch wie schnelles Gehen und nach kurzer Zeit warn wir trotz interessanter Umgebung ziemlich gefrustet.

Schliesslich konnte ein freundlicher Einheimischer Abhilfe schaffen, indem er einfach eine elektrische Steckverbindung aufgetrennt hat.
Da haben wir festgestellt, dass die Elektrobikes standardmaessig im getunten Modus laufen und eigentlich nur 15km/h schnell sein sollten. Irgendjemand - wahrscheinlich einer der 'unbestechlichen' Verkehrspolizisten - hat also in unserer Abwesenheit die Kaebelchen zusammengesteckt und mich dadurch ausgebremst.
Naja, nach dem Re-Tuning konnte ich die Kiste wieder im roten Bereich betreiben und da die Einheimischen extrem langsam fahren, kann man schon mal das ein oder andere Moped ueberholen. Die 4-5 Leute pro Moped freuen sich dann immer total und winken, worauf ich mit einem Power-Hupen-Konzert geantwortet hab. Von anderen Alternativen zur Fortbewegung haben wir abgesehen.

Von der totalen Ueberbelegung der Mopeds abgesehen, haben die meisten auch noch total abgefahrene Heckkonstruktion mit denen sich diverse Dinge transportieren lassen, z.B. 50 tote Huehnchen auf Stangen aufgehaengt. Am geilsten sieht es aber aus, wenn sich einer 2-3 tote Schweine hinten quer auf den Paecki geschnallt hat.
Offizielle Waehrung ist der Riel (so wie 'unreal'). Gezahlt wird aber auch in thailaendischen Baht; hauptsaechlich aber in US$. Wenn man in US$ bezahlt, bekommt man sein Wechselgeld meist in Riel zurueck. Wenn man bei dem Durcheinander an Waehrungen dann auch noch wissen will wieviel Euro man grad verprasst hat, wirds richtig kompliziert. Mit €200 ist man jedenfalls Millionaer (1€ sind ca. 5000 Riel).
Hatte ich erwaehnt, dass man an den einzelnen Tempelanlagen Heerscharen von Kindern abwimmeln muss, die einem jede Menge sinnvolle und sinnlose Dinge verkaufen wollen/muessen. Als bekennender Anti-Shopper haben sie damit bei mir natuerlich keine Chance - abgesehen von ein paar gekaehlten Getruenken. Stattdessen hab ich die Luetten in Gespraeche verwickelt und sie mit unsern Baguettes gefuettert, dann werden sie wieder zu ganz normalen Kindern und nicht mehr so zudringlich.

Die kleinen Scheisser sprechen erstaunlich gut Englisch und ein paar Brocken aller weiteren, von Touristen vertretenden, Sprachen.
Am letzten Tempeltag haben wir noch dieses lustige Wasserrad entdeckt - bedingt durch die Schleichgeschwindigkeit, hervorgerufen durch o.g. Sabotageakt. Es hat alles seinen tiefen Sinn :)diestel - 19. Mai, 12:18
Charly (Gast) - 28. Mai, 17:11
Schön, dass es euch wieder gut geht. Hier hatten auch viele Leute Magen- Darm Probleme, aber nach einer Woche ist man wieder o.k. auch ohne Medikamente. Seht beide etwas abgemagert aus, vielleicht solltet ihr euch Kleider kaufen die euch passen, dann fällt das nicht so auf. Oder ihr nehmt wieder zu in Australien lecker Känguruh. Passt auf euch auf, die Erde wackelt ein wenig in der Region Indonesien.
diestel - 3. Jun, 16:10
Schlabber-Klamotten
dat sieht nur so aus. Teilweise ham wir unsere Indien-Hosen an und die muessen so...
Zukaufen is nich. Ich will eher noch was loswerden, damit der Rucksack leichter und handlicher wird.
Ausserdem haben wir in der vergangenen Woche auch schon mal wieder Fleisch gegessen - jawoll! Auf den Perhentian-Islands (Malaysia). Wenn irgend ein Fleckchen Erde sehr dicht am Paradies dran ist, dann dieses Inselchen - Kurzbericht folgt :)
Zukaufen is nich. Ich will eher noch was loswerden, damit der Rucksack leichter und handlicher wird.
Ausserdem haben wir in der vergangenen Woche auch schon mal wieder Fleisch gegessen - jawoll! Auf den Perhentian-Islands (Malaysia). Wenn irgend ein Fleckchen Erde sehr dicht am Paradies dran ist, dann dieses Inselchen - Kurzbericht folgt :)
Karolin (Gast) - 30. Mai, 17:46
hallo ihr beiden, schön zu sehen, dass ihr wieder auf den beinen seid. vielen dank noch für die geburtstagsgrüße an tina und mich.habt ihr was von den erdbeben in südostasien mitbekommen oder betrifft euch das überhaupt nicht? beneide euch,will auch urlaub-nun muss ich aber die uni hüten und lernen...aber gleich geht´s zum norwegischkurs.nur noch 9 wochen.seid lieb gegrüßt aus dem norden deutschlands, bis bald karolin
ramone - 3. Jun, 15:47
Erdbeben?
Von irgendwelchen Erdbeben haben wir hier nichts gehoert oder gesehen. War einfach nur relaxed auf "unserer" Insel :)
Viel Spass noch beim Norwegisch lernen!
Viel Spass noch beim Norwegisch lernen!
diestel - 3. Jun, 16:14
keine Ahnung
Wir wissen ueberhaupt nich mehr was abgeht. Keine Zeitung, kein Fernsehn, kein Internet - is Schroeder noch Kanzler? ;) Falls irgendwo was gewackelt hat, war das weit genug wech von uns.
Olaf (Gast) - 30. Mai, 18:21
Good News
Hallo Ramona,
schon eine Weile her, dass wir uns bei MDM verabschiedet haben. Habe Eure Abenteuer immer mit grossem Interesse verfolgt. Jetzt ist es soweit, dass auch Sabine und ich uns auf den Weg machen. Geplant sind 11 Monate gen Osten. Flug geht am 30.06. nach Moskau. Wenn Du/Ihr Lust habt, schaut mal vorbei:
www.weltreise-machen.de
LG, Olaf
schon eine Weile her, dass wir uns bei MDM verabschiedet haben. Habe Eure Abenteuer immer mit grossem Interesse verfolgt. Jetzt ist es soweit, dass auch Sabine und ich uns auf den Weg machen. Geplant sind 11 Monate gen Osten. Flug geht am 30.06. nach Moskau. Wenn Du/Ihr Lust habt, schaut mal vorbei:
www.weltreise-machen.de
LG, Olaf
ramone - 3. Jun, 15:43
Hallo Olaf,
super Entscheidung mit der Reise, werdet ihr auf keinen Fall bereuen! Wir haben in Malaysia gerade Sommer, Sonne, Strand und Tauchen genossen.
Eure Webseite macht ordentlich was her. Bin gespannt auf euren ersten Eintrag aus Russland. Osteuropa ist bei unserer naechsten Weltreise auch dabei :)
Wuensche euch ganz viel Spass!
Viele Gruesse,
Ramona
super Entscheidung mit der Reise, werdet ihr auf keinen Fall bereuen! Wir haben in Malaysia gerade Sommer, Sonne, Strand und Tauchen genossen.
Eure Webseite macht ordentlich was her. Bin gespannt auf euren ersten Eintrag aus Russland. Osteuropa ist bei unserer naechsten Weltreise auch dabei :)
Wuensche euch ganz viel Spass!
Viele Gruesse,
Ramona





















Happy Infos
Im Gutgehnlassn
Sooooo paradiesisch und so geile Leute. - Also wir fahrn irgendwann nochma hin