brundle (Gast) - 24. Nov, 07:34

alles spinner !

ich sehe das genau anders, das Ende ist doch das einzig Realistische an dem Bericht.

Der Typ denkt wahrscheinlich, er ist der erste, der herausgefunden hat, dass es cooler ist, in der Welt rumzureisen als in Deutschland jeden Tag die gleiche Scheisse zu machen. "20 Jahre, die selbe Scheisse !!!" - das waren die Onkelz, oder ?

Jedenfalls ist doch klar, dass einen die finanzielle Situation dazu zwingt, jeden Tag aufzustehen und malochen zu gehen. Das macht doch keiner freiwilig.

Alles hat eben seinen Preis. Klar, man kann ein paar Monate arbeiten gehen und dann wieder rumgurken in der Welt. Das man sich da vom Rest der normalen Deutschen langsam aber sicher distanziert, ist doch klar. Weil das sind in den Augen des Reisenden ja die armen Schweine, die sich jeden Tag im Fernsehen die Saumarkt-werbung reinziehen. Und in den Augen der Hiergebliebenen sind die Reisenden totale Spinner, die glauben, sie hätten die Erleuchtung gefunden, nur weil sie ein paar Monate andere Länder besucht hatten. "Boah krass, wenn man sonem lustigen kleinen Clowns-fisch die Kiemen auseinanderreisst, dann schwimmt der kurz später mit dem Bauch nach oben". Hätte man nie herausgefunden, wenn man in D wohnt!

Genau so, wie der Diestel früher über den Shouter gelacht hat, weil der auf Arbeit nur rumge-idle-t hat und nur an seinen nächsten Trip in die Mongolei nachgedacht hat, so lacht der Birne jetzt über den Diestel, weil der Birne für sein Leben schon einen detailiert ausgearbeiteten MS Project Plan für die nächsten 20 Jahre hat und der Diestel immer noch oben bei Muddi wohnt :)

so, ich fahr jetzt zur Arbeit. Und wenn ich mal im Lotto gewinne, dann kack ich denen allen auf den Tisch und dann kauf ich dem König von Mallorca ihm sein Haus ab und gehe jeden Mittwoch zum Abfeiern ins Oberbayern zu Matthias Reim oder Jürgen von Big Brasser. Das wäre meine Vorstellung vom perfekten Leben ! Ach nee, tägliches Entsaften hatte ich vergessen, aber is ja klar...

birne (Gast) - 25. Nov, 13:30

Konkretomat...

alles Spinner. Aber die Malocher genauso wie die Realitätsflüchter. Am Ende sind sie alle unzufrieden, weil der kleine ich-kann-nicht-genug-bekommen-mann in ihrem Kopf herumgeistert. Das hat doch der Heini in der Neon geschrieben, ein bischen von der Droge Reisen geschnupft und dann natürlich keinen Bock mehr auf Malochen. Reisen ist angenehm, Malochen ist unangenehm, wo ist hier die Komplexität der Entscheidung?

Die Wunscherfüllung ist der Möglichkeit dazu nachgeordnet. Wenn in den ganzen exotischen Ländern der halbe Liter Bier auch 4 euronen kosten würde, hätte sich das mit den Reisen sofort erledigt. Wenn man sich mit drei Monaten Kellnern in Deutschland den Flug in ein weit entferntes Land plus Unterhalt dort für 3 und mehr Monate Aufenthalt leisten kann, dies aber umgekehrt für die Bewohner des besuchten Landes nicht möglich ist, dann ist doch irgendwas faul. Wo sind die thailändischen Kellner mit ihren Rucksäcken im bayerischen Wald, wie sie sich dort die Röhrlinge einpfeifen?

Solange dies aber noch so ist, werden immer wieder Leute aus den noch bevorzugten Regionen dieser Erde die Flucht vor der Realität ergreifen, und zwar einfach nur deshalb, weil es möglich ist. Ein Vorteil nur durch den Ort der Geburt bestimmt und nicht auf Fähigkeiten basierend. Die Leute, die wir besuchen, wollen unser Geld und freuen sich nicht nur einfach so, weil wir so lustig bekloppt aussehen.

Aber wahrscheinlich werden in ??? Jahren hier massenhaft selbstfinderische Chinesen und Inder rumlaufen sehen, welchen wir dann mit unterwürfigem Lächeln unsere Dienstleistungen anbieten.

Kleiner Tip an alle Angefixten, es gibt immer einen Weg aus der Sucht. Einfach die IST-Welt anerkennen!

Gruss, Birne
diestel - 14. Jan, 13:53

Konsumverweigerung

Naja, Du könntest ja Deine Ansprüche runterschrauben, dann brauchst Du nich jeden Tag aufzustehen und zur Arbeit zu rennen. Aber dat haut auch nich hin - weil so halb im System drinstecken funktioniert auch nich. Es geht nur ganz oder garnich, ansonsten wirst Du ausgegrenzt.

Denk ma an den Schauter - den ham wir gemobbt, weil er kein Fernseher und Auto hatte und mit seinem IFA-Rad zur Arbeit gekommen is. Hat aber die dicke Kohle verdient. Aber was hat er davon, wenn er dann in seinem Jahresurlaub grad mal 3 Wochen irgendwo rumreisen kann. Aber um seinen Job ganz aufzugeben, war er auch nich cool genug.

Sonst endest Du wie dieser Konsumverweiger und seine Familie, die ich neulich im Fernsehn gesehn hab. Die haben Geld aus Ihrem Leben gestrichen. Ist ja prinzipiell in Ordnung, die leben dann aber zum Bsp. von den Abfällen, die der Gemüsemann sonst wegwerfen würde. Die verlassen sich also doch wieder auf die Welt der Botherer - wie sie im "How to be idle" genannt werden. Das find ich dann ein bißchen inkonsequent.

Als echter Idler würde ich dann vor allem doch nicht im verregneten Deutschland rumhängen, wo links und rechts von mir die ganzen Botherer dem Job und dem Konsum hinterherhetzen. Dann lieber ganz auswandern, irgendwohin wo die Leute einfach nur so in den Tag hineinleben und die westliche Welt noch nicht angekommen ist, z.B. nach Laos. Bißchen Reis anbauen, fischen und mit den andern Dorfbewohnern tratschen.
diestel - 14. Jan, 13:56

Parallelwelt

Achja Birne, da stimm ich voll zu: Solange es möglich ist, zu fliehen wird es gemacht. Ich weiß nur nich wie lange man zwischen den beiden Welten hin und herwechseln kann. Irgendwann lassen einen die Botherer nich mehr zurück in ihr System, wenn Du z.B. nach 3 Jahren Auszeit wieder einen relativ gut bezahlten Job willst. Damit ist Dir dann praktisch der Geldhahn abgedreht.

In die Welt des Idlers kannst Du natürlich jederzeit zurück. Aber irgendwann sind die Reserven verpraßt und du lebst dann wirklich wie ein Einheimischer. Das nenn ich dann mal konsequent.

Außerdem kann man nur hoffen, daß immer ein paar Fleckchen Erde verschont bleiben von Globalisierung und der damit einhergehenden Homogenisierung. Wo ist der Reiz des Reisens, wenn es überall auf der Welt gleich aussieht und es gibt überall Starbucks & Co?

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