Die sich den Reinold klettern, den Chuck dschungeln und den Causteau tauchen
In Kota Kinabalu angekommen, kümmern wir uns als erstes darum wieder wegzukommen. In der indonesischen Botschaft wolln wir ein 60-Tage Visum beantragen. Mit kurzen Hosen leg ich keinen guten Start hin und nur Ramona kommt rein.
In Sabah muß man offensichtlich alles vorbestellen: Bergbesteigung, Tauchgang und sogar Unterkunft. Das mag allerdings auch daran liegen, daß wir zufällig zur europäischen Haupturlaubssaison dort eintrudeln. Die Besteigung des Mt. Kinabalu kann dann aber doch nach wenigen Tagen beginnen. Mit Sarah, Caoilfhionn und Liam haben wir die ideale Mannschaft gefunden. Gemeinsam nehmen wir die Besteigung des höchsten Bergs Südostasiens in Angriff. - Nach dem größten See und dem 'ausgebrochenstem' Vulkan ist das nur der nächste logische Schritt. Mal sehn welchen Superlativ die Tourismusindustrie als nächstes für uns bereithält.
Die ca. 3 Monate Reisen haben schon deutliche Spuren hinterlassen. Wir haben Gewicht verloren und die sportliche Fitness ist nahezu auf dem Nullpunkt. Keine guten Voraussetzungen für die Besteigung eines 4000ers.
Am Tag 1 des zweitägigen Trips sind wir dann auch mal wieder die letzten die durchnäßt vom Regen und vollkommen fertig an der Unterkunft Laban Rata ankommen. Auch unsere Wechselklamotten im Rucksack sind total naß geworden. Aber zu diesem Zeitpunkt kann ich mir sowieso nicht vorstellen, am nächsten Morgen um 2:30 zum Gipfel aufzubrechen.
Der Ehrgeiz ist aber stärker als die Erschöpfung und um 2:00 quälen wir uns ohne ein Auge zugemacht zu haben in unsere nassen Sachen. Langsam aber stetig kommen wir voran. Wie eine Perlenschnur kann man den Verlauf des Weges an den hunderten Lampen all der anderen Kletterer erkennen. Wir haben übrigens nur eine Taschenlampe, sodaß ich die im Handy integrierte benutze. Das funktioniert ziemlich gut - außer an den Stellen wo man beide Hände zum Klettern am Seil braucht - und der Akku hält bis genau zum Gipfel.

Wir meistern den Aufstieg noch deutlich vorm Sonnenaufgang, um uns bis ca. 6:00 in Dunkelheit und Kälte den Yeti zu frieren. Hier sieht man uns durchgefroren und voller Freude kurz vor dem genüsslichen Verzehr einer 200g Cadbury-Schokolade.
Witzich - mit der aufgehenden Sonne im Rücken zeichnen sich die Umrisse des Mt. Kinabalu als Schatten auf den Wolken ab. Wenn man draufsteht macht der Berg nicht diesen perfekt konischen Eindruck.

Ein Blick zurück beim Abstieg, denn vorher wars ja dunkel.

Immer gerade wenn man denkt, das war jetzt richtig tough, sieht man so einen Porter mit seinem Handgepäck behende hochsprinten.
Mal ein paar Worte zum sogenannten "Dschungel". Falls jemand von Euch bei der Erwähnung von "Borneo" an dichten unberührten Urwald denkt, der wird - so wie ich - bitter entäuscht. Wer dagegen durch hunderte Kilometer von Palmölplantagen fahren will, der kommt voll auf seine Kosten. Auf der gesamten Strecke zwischen Kota Kinabalu und Tawau hab ich keinen unberührten Dschungel mehr gesehen. Es ist alles abgeholzt und systematisch durch Palmölplantagen ersetzt. Wenn danach nix mehr auf dem ausgelutschten Boden wächst, wird das ganze vermutlich vernünftig ausgefliest.
Hab mich mal mit jemandem unterhalten wozu denn das ganze verdammte Palmöl gebraucht wird. Das Zeug ist wohl überall drin: Kosmetik, Essen und natürlich in Plastetüten. Deshalb mein Vorschlag für eine homogene Welt: alle Wälder abholzen, Palmölplantagen drauf, daraus Plastetüten machen und diese dann gleichmäßig in den Weltmeeren verteilen. Zwischendrin noch 'n paar Mc. Donalds und Starbuckse. Herrlich - und vor allem sind wir schon fast fertig mit diesem Terraforming!
Sukau ist der Anlaufpunkt für Flußfahrten auf dem Kinabatangan durch den "Dschungel". Dieser besteht aus zwei schmalen, grünen Streifen zu beiden Seiten des Ufers (dahinter jeweils gleich Plantagen). Erstaunlich daß man an diesem Uferbereich trotzdem borneo-endemische Tiere wie Zwergelefanten und Nasenaffen sehen kann. Aber wo sollen die sonst auch hin. Dauert halt noch 'n bißchen bis alle Arten fachgerecht ausgerottet sind.

Es ist natürlich leicht darauf wütend zu sein. Aber im Prinzip tun die Leute hier nur das womit wir in Europa schon seit Generationen fertig sind. Oder gibts bei uns noch irgendwo Urwald? Falls ja, laßt es mich bitte wissen!
Um mein erhitztes Gemüt etwas abzukühlen müssen wir erstmal wieder abtauchen. Das macht man am besten von Semporna aus. Am begehrtesten ist dabei das Tauchen bei Sipadan. Allerdings hätten wir uns dazu schon im Oktober '56 anmelden müssen, so lang sind die Wartelisten für die Permits. Die Beschränkung ist aber wirkungsvoll: Die Korallen sind wohl in einem sehr guten Zustand bei nur maximal 120 Tauchern pro Tag. Stattdessen betauchen wir also die Plätze in der Umgebung. Viele der Inselchen sind traumhaft schön - direkt gemacht für die Prospekte von TUI, Penny und wie die alle heißen.

Nicht nur der Strand von Mataking ist eine Liga für sich auch das Tauchen hat mich begeistert. Das lag vor allem an der unglaublichen Sicht von ca. 30m. Außerdem haben wir uns erzählen lassen, daß hier "Survivor" oder so gedreht wurde. Kenn ich zwar nich, vermute aber, daß das so eine Art Lost-Big-Brother-In-Pseudo-Reality-Peinlichkeits-Fremdschäming-Show ist. In echt gibt's nur ein teures Resort dadrauf. Das schließt zwar die Budget-Traveller aus, bringt aber herrliche Sauberkeit mit sich. An Land und unter Wasser ist das Paradies kaum von Plaste getrübt.

Ganz anders als Sibuan wo das Teufelszeug auch in den Korallen hängt oder auch mal 'ne Moräne in nem alten Müllappen wohnt. Die Dorfidylle trügt auch so etwas. Die Kinder betteln oder stehlen wenn man nicht aufpaßt. Die Mittagsreste von uns Tauchern wurden nach einer bestimmten, mir nicht zugänglichen, Rangfolge unter ihnen aufgeteilt. Vielleicht haben auch nur die großen gegessen, ich weiß es nicht genau.
Die Insel wird von den Divemastern auch Sunburn-Island genannt und sie schwören Stein und Bein, daß darüber ein Loch in der Ozonschicht ist, das jeden - auch Italiener - unweigerlich verbrennen läßt.
Hier mal ein paar Vertreter aus dem Meer. Links 'ne Nudibranch, die absolut absurd aussieht und rechts ein Krokodil! - hab ich gedacht - is aber nur ein Krokodilsfisch. Warum der so heißt weiß ich nich.

Das schönste hätt ich fast noch vergessen. Wenn es beim Tauchen auf einmal rummst und sich alle fragend umdrehen, um zu prüfen wessen Flasche gerade explodiert ist, handelt es sich nur um das gängige Dynamite-Fishing in einigen km Entfernung. Der Schall ist unter Wasser verdammt schnell und reicht sehr weit. Die Explosion ist je nach Entfernung echt beängstigend.
Der Fakt an sich macht mich absolut ratlos und läßt mich den Glauben an die Menschheit verlieren. Mann kann sich nur mit was noch schlimmeren trösten - z.B. mit den Atombomben der USA im Bikini-Atoll. Was sollte man auch sonst mit 'nem Paradies anstellen wenn nicht zerbomben?
Schließlich ergattern wir auch noch eine Übernachtung auf Mabul Island und machen uns nach soviel Taucherei auf in Richtung Kalimantan - auf der Suche nach Dschungel und mehr Tauchen.

In Sabah muß man offensichtlich alles vorbestellen: Bergbesteigung, Tauchgang und sogar Unterkunft. Das mag allerdings auch daran liegen, daß wir zufällig zur europäischen Haupturlaubssaison dort eintrudeln. Die Besteigung des Mt. Kinabalu kann dann aber doch nach wenigen Tagen beginnen. Mit Sarah, Caoilfhionn und Liam haben wir die ideale Mannschaft gefunden. Gemeinsam nehmen wir die Besteigung des höchsten Bergs Südostasiens in Angriff. - Nach dem größten See und dem 'ausgebrochenstem' Vulkan ist das nur der nächste logische Schritt. Mal sehn welchen Superlativ die Tourismusindustrie als nächstes für uns bereithält.Die ca. 3 Monate Reisen haben schon deutliche Spuren hinterlassen. Wir haben Gewicht verloren und die sportliche Fitness ist nahezu auf dem Nullpunkt. Keine guten Voraussetzungen für die Besteigung eines 4000ers.
Am Tag 1 des zweitägigen Trips sind wir dann auch mal wieder die letzten die durchnäßt vom Regen und vollkommen fertig an der Unterkunft Laban Rata ankommen. Auch unsere Wechselklamotten im Rucksack sind total naß geworden. Aber zu diesem Zeitpunkt kann ich mir sowieso nicht vorstellen, am nächsten Morgen um 2:30 zum Gipfel aufzubrechen.
Der Ehrgeiz ist aber stärker als die Erschöpfung und um 2:00 quälen wir uns ohne ein Auge zugemacht zu haben in unsere nassen Sachen. Langsam aber stetig kommen wir voran. Wie eine Perlenschnur kann man den Verlauf des Weges an den hunderten Lampen all der anderen Kletterer erkennen. Wir haben übrigens nur eine Taschenlampe, sodaß ich die im Handy integrierte benutze. Das funktioniert ziemlich gut - außer an den Stellen wo man beide Hände zum Klettern am Seil braucht - und der Akku hält bis genau zum Gipfel.

Wir meistern den Aufstieg noch deutlich vorm Sonnenaufgang, um uns bis ca. 6:00 in Dunkelheit und Kälte den Yeti zu frieren. Hier sieht man uns durchgefroren und voller Freude kurz vor dem genüsslichen Verzehr einer 200g Cadbury-Schokolade.
Witzich - mit der aufgehenden Sonne im Rücken zeichnen sich die Umrisse des Mt. Kinabalu als Schatten auf den Wolken ab. Wenn man draufsteht macht der Berg nicht diesen perfekt konischen Eindruck.

Ein Blick zurück beim Abstieg, denn vorher wars ja dunkel.

Immer gerade wenn man denkt, das war jetzt richtig tough, sieht man so einen Porter mit seinem Handgepäck behende hochsprinten.
Mal ein paar Worte zum sogenannten "Dschungel". Falls jemand von Euch bei der Erwähnung von "Borneo" an dichten unberührten Urwald denkt, der wird - so wie ich - bitter entäuscht. Wer dagegen durch hunderte Kilometer von Palmölplantagen fahren will, der kommt voll auf seine Kosten. Auf der gesamten Strecke zwischen Kota Kinabalu und Tawau hab ich keinen unberührten Dschungel mehr gesehen. Es ist alles abgeholzt und systematisch durch Palmölplantagen ersetzt. Wenn danach nix mehr auf dem ausgelutschten Boden wächst, wird das ganze vermutlich vernünftig ausgefliest.Hab mich mal mit jemandem unterhalten wozu denn das ganze verdammte Palmöl gebraucht wird. Das Zeug ist wohl überall drin: Kosmetik, Essen und natürlich in Plastetüten. Deshalb mein Vorschlag für eine homogene Welt: alle Wälder abholzen, Palmölplantagen drauf, daraus Plastetüten machen und diese dann gleichmäßig in den Weltmeeren verteilen. Zwischendrin noch 'n paar Mc. Donalds und Starbuckse. Herrlich - und vor allem sind wir schon fast fertig mit diesem Terraforming!
Sukau ist der Anlaufpunkt für Flußfahrten auf dem Kinabatangan durch den "Dschungel". Dieser besteht aus zwei schmalen, grünen Streifen zu beiden Seiten des Ufers (dahinter jeweils gleich Plantagen). Erstaunlich daß man an diesem Uferbereich trotzdem borneo-endemische Tiere wie Zwergelefanten und Nasenaffen sehen kann. Aber wo sollen die sonst auch hin. Dauert halt noch 'n bißchen bis alle Arten fachgerecht ausgerottet sind.

Es ist natürlich leicht darauf wütend zu sein. Aber im Prinzip tun die Leute hier nur das womit wir in Europa schon seit Generationen fertig sind. Oder gibts bei uns noch irgendwo Urwald? Falls ja, laßt es mich bitte wissen!
Um mein erhitztes Gemüt etwas abzukühlen müssen wir erstmal wieder abtauchen. Das macht man am besten von Semporna aus. Am begehrtesten ist dabei das Tauchen bei Sipadan. Allerdings hätten wir uns dazu schon im Oktober '56 anmelden müssen, so lang sind die Wartelisten für die Permits. Die Beschränkung ist aber wirkungsvoll: Die Korallen sind wohl in einem sehr guten Zustand bei nur maximal 120 Tauchern pro Tag. Stattdessen betauchen wir also die Plätze in der Umgebung. Viele der Inselchen sind traumhaft schön - direkt gemacht für die Prospekte von TUI, Penny und wie die alle heißen.

Nicht nur der Strand von Mataking ist eine Liga für sich auch das Tauchen hat mich begeistert. Das lag vor allem an der unglaublichen Sicht von ca. 30m. Außerdem haben wir uns erzählen lassen, daß hier "Survivor" oder so gedreht wurde. Kenn ich zwar nich, vermute aber, daß das so eine Art Lost-Big-Brother-In-Pseudo-Reality-Peinlichkeits-Fremdschäming-Show ist. In echt gibt's nur ein teures Resort dadrauf. Das schließt zwar die Budget-Traveller aus, bringt aber herrliche Sauberkeit mit sich. An Land und unter Wasser ist das Paradies kaum von Plaste getrübt.

Ganz anders als Sibuan wo das Teufelszeug auch in den Korallen hängt oder auch mal 'ne Moräne in nem alten Müllappen wohnt. Die Dorfidylle trügt auch so etwas. Die Kinder betteln oder stehlen wenn man nicht aufpaßt. Die Mittagsreste von uns Tauchern wurden nach einer bestimmten, mir nicht zugänglichen, Rangfolge unter ihnen aufgeteilt. Vielleicht haben auch nur die großen gegessen, ich weiß es nicht genau.
Die Insel wird von den Divemastern auch Sunburn-Island genannt und sie schwören Stein und Bein, daß darüber ein Loch in der Ozonschicht ist, das jeden - auch Italiener - unweigerlich verbrennen läßt.
Hier mal ein paar Vertreter aus dem Meer. Links 'ne Nudibranch, die absolut absurd aussieht und rechts ein Krokodil! - hab ich gedacht - is aber nur ein Krokodilsfisch. Warum der so heißt weiß ich nich.

Das schönste hätt ich fast noch vergessen. Wenn es beim Tauchen auf einmal rummst und sich alle fragend umdrehen, um zu prüfen wessen Flasche gerade explodiert ist, handelt es sich nur um das gängige Dynamite-Fishing in einigen km Entfernung. Der Schall ist unter Wasser verdammt schnell und reicht sehr weit. Die Explosion ist je nach Entfernung echt beängstigend.
Der Fakt an sich macht mich absolut ratlos und läßt mich den Glauben an die Menschheit verlieren. Mann kann sich nur mit was noch schlimmeren trösten - z.B. mit den Atombomben der USA im Bikini-Atoll. Was sollte man auch sonst mit 'nem Paradies anstellen wenn nicht zerbomben?
Schließlich ergattern wir auch noch eine Übernachtung auf Mabul Island und machen uns nach soviel Taucherei auf in Richtung Kalimantan - auf der Suche nach Dschungel und mehr Tauchen.

diestel - 12. Sep, 04:32





















jo, hört sich nach jeder Menge Action an