Indien

Mittwoch, 22. Februar 2006

3D-Kopfnicken

Die Inder moegen uns in einigen Dingen hinterherhinken. Beim Kopfnicken sind sie uns aber weit voraus.
Waehrend man bei uns nur das Nicken fuer "Ja" (Kopf wird um die virtuelle Achse zwischen beiden Ohren hin- und hergedreht) und "Nein" (Kopf wird um die virtuelle Halsachse hin- und hergedreht) kennt, haben sie eine dritte Drehachse. Diese muss nach meinen Beobachtungen durch den roten oder weissen Punkt verlaufen, den viele zwischen den Augen oder auf der Stirn darueber tragen.
Angeblich bedeutet das hin- und herdrehen um diese dritte, virtuelle Achse auch so in etwa "Ja, klar" oder "Okay". Fuer uns Unwissende sieht das aber eher nach nem komischen "Nein"- oder "Vielleicht"-Gewackel aus. Deshalb hatten wir uns auch mit dem Scooter verirrt, als wir einen Einheimischen gefragt haben: "Is this the way to Benaulim?" und der mit dem 3D-Kopfnicken geantwortet hat.

Das 3D-Kopfnicken kann jeder leicht zu Hause selbst ausprobieren :)

Begegnungen Teil 2

Wo Eric nun gerade den Bericht ueber Begnungen eingestellt hat, muss ich erwaehnen, dass die Fotogeschichte bei den Wasserfaellen nicht die einzige war.

Auf dem Weg zum Fuss der Faelle kam mir eine indische Familie entgegen. Die Tochter ging ganz hinten und als alle vorbei waren, drehte sie sich um und fragt mich "Photo?" und ich fragte zurueck, ob ich sie fotografieren soll. Sie versteht mich nicht ganz und ich verstehe ihre Antwort auch nicht, aber ich sage erstmal "yes". Das kommt immer ganz gut. Jedenfalls ruft sie dann ihre gesamte Familie zurueck und der Vater macht ein Foto von uns. Ich natuerlich mittendrin als die Attraktion des Tages. Ich glaube, die Wasserfaelle sind daneben verblasst. :) Auf jeden Fall haben sie sich fuer das Foto alle an mich gedraengelt und meine schneeweissen Arme angefasst (ich hatte nur ein T-Shirt an). Einer von ihnen untersuchte dann noch meine Leberflecken und wollte wissen, was das ist. Wie soll man die denn erklaeren? :)

Begegnungen

Das muss ich unbedingt noch loswerden:

Bei den Jog-Falls sind wir abends noch auf die andere Seite gewandert. Auf der Ruecktour kommt eine Einheimische auf uns zugelaufen und macht 'ne Geste wie ein Fernglas. Da ich keins dabei hab, nehm ich an, sie will meine Sonnenbrille haben und geb ihr zu verstehn, dass sie die nicht kriegen kann. Bis wir merken, dass sie ein Foto machen will.
Kein Problem, inzwischen haben sich noch einige mehr versammelt und ich sag Ramona sie soll ruhig mit aufs Foto gehen. Da haben die sich schon mal tierisch gefreut und mussten Ramona auch gleich mal anfassen.

Begegnung an den Jog-Falls

Als ich Ihnen dann auch noch das Ergebnis auf dem Display der Digicam gezeigt hab, sind die schier ausgeflippt und ham mir das Ding fast aus den Haenden gerissen. Daraufhin musste ich noch ein weiteres Foto mit weiteren Feldarbeiterinnen schiessen. Wenn wir danach nicht sofort abezischt waeren, haetten die das ganze Dorf zusammengetrommelt...


Noch was; in Shimoga auf'm Bahnhof.
Bombenleger-Typ mit Rauschebart: "What's your Country?"
Ich: "Germany"
Bombenleger-Typ mit Rauschebart: "What's your good name?"
Ich: "Eric"
Bombenleger-Typ mit Rauschebart: "Ahh, Ejjick. My name is Hussein. Like Saddam Hussein, haha ha!"


Ausserdem hab ich hier grad den Internet-Hajopei zusammengeschissen, weil der zum dritten mal son neues Metallica Lied aufdreht - in Technodrom-Lautstaerke und Walkman-Qualitaet, versteht sich. Da hab ich ihm was von "Enjoy the silence" erzaehlt. Hauptsache er legt jetz nich DeMo auf...

Busfahren in Indien...

... ist ein Abenteuer fuer sich und gliedert sich in folgende Unterdisziplinen:

- Abfahrtzeit
Ob es einen offiziellen Fahrplan gibt, hab ich noch nicht rausgefunden, aber alle Busse in alle Richtungen fahren in "10 minutes". Daraus koennen leicht einige Stunden werden. In Hassan haben wir ca. 3h auf unseren Bus nach Madikeri gewartet (Fahrtzeit 3,5h). Lt. "Buch" fahren die aber stuendlich oder so.

- Extrem-Einsteiging
Wenn man an einer groesseren Haltestelle zusteigt, ist das harmlos. In kleinen Kaffs haelt der Bus aber nur virtuell und man muss aufspringen. Haelt der Bus doch richtig, schreit der Ticket-Mann zum Fahrer ein Wort, dass sich wie "wait" anhoert, aber das Gegenteil bedeutet, sowie der letzte Zusteiger auch nur seinen Fuss auf den Tritt gesetzt hat. Der Busfahrer gibt daraufhin sofort Vollgas. Das macht sich besonders gut, wenn man die riesen Kraxe aufm Ruecken hat...
Erwaehnenswert ist noch die Hoehlenmenschen-Hoehe im Inneren. In manchen Bussen konnte ich nur gebueckt stehen und mir den Kopf an der Deckenbeleuchtung stossen.

- Sliding
Vor Indien wusste ich nicht, dass dies mit nem Bus moeglich ist. Aber bei den Serpentinen zu den Jog-Falls hat der Fahrer es geschafft, dass die Kiste hinten seitlich rutscht - obwohl ich fest davon ausgegangen bin, dass wir umkippen muessen. - Die Fahrer verstehen halt ihr Handwerk.
Auf Gegenverkehr (meist andere Busse) wird mit Vollgas zugehalten, damit dann beide Fahrer in letzter Sekunde jeweils zur Haelfte ausweichen.

- Holy-Cow-Slaloming
Die Einzeltiere oder auch Herden sind natuerlich heilig und sollten vom Busfahrer moeglichst nich angekarrt werden. Das gelingt auch meistens durch Hupen und Slalom fahren. Von anderen Reisenden haben wir aber erfahren, dass dass nicht immer glimpflich abgeht. Da hatte die Kuh irgendwie ihre Beine gebrochen und hat nun auf der Strasse Spagat gemacht. Drumherum jede Menge Inder die ein Riesen-Trara darum gemacht haben, statt ihr nen Gnadenschuss zu geben. Als sie abends diesselbe Strasse zurueckgefahren sind, lag die Kuh unveraendert da und ein Inder hat Wache gehalten.

- "Jumping Good"
Die indischen Strassen muss man sich vorstellen wie schlimme Feldwege, wo um die Schlagloecher Beton-Imitat herumgegossen wurde. Gepaart mit dem Fahrstil bedingt dies, dass man sich dauerhaft irgendwo festkrampfen muss und bei den wirklich guten Schlagloechern springt man aus den Sitzen und geniesst Beschleunigung, Schwerelosigkeit, freien Fall und Aufprall. Das zieht automatisch die Mundwinkel nach hinten und macht eigentlich ziemlich Spass.
Der Ticketmann hat das bemerkt, zeigt mit dem Daumen nach oben und meint zu uns: "Jumping good"

- Vomiting
Die beiden vorangegegangenen Disziplinen bedingen, dass einheimische Frauen frueher oder spaeter kotzen muessen. Also bruellt der Ticket-Mann sie an, dass sie das gefaelligst aus einem der hinteren Fenster erledigen sollen, damit die Bruehe nicht im Nachbarfenster wieder reinweht. Unguenstig fuer uns, da wir zufaellig ganz hinten sassen. Also haben wir schnell Rucksaecke und uns selbst aus dem Kontaminationsbereich gebracht.
Der Kopf wird vollstaendig rausgestreckt. Durch die o.g. Disziplinen wirkt das Fenster dann wie 'ne Guillotine, was die Frauen gelassen hinnehmen. Ausserdem muss der jeweilige Kotzer natuerlich auf Gegenverkehr achten, da ihm sonst der Kopf durch nen Laster oder Bus abgeschert werden koennte... Die zweite Kotzerin kam mit bereits vollem Mund nach hinten und deutete mit nem Laecheln auf das Fenster.


Achja, wenn die Umstaende es hergeben, wollen wir morgen weiter fahren - mit dem Bus :)

Montag, 20. Februar 2006

Madikeri in Karnataka

Inzwischen sind wir in Madikeri im Bundesstaat Karnataka, ziemlich weit im Sueden Indiens. Obwohl dies ein eher kleiner Ort ist, uebersteigt auch hier der Laerm und Dreck die fuer Europaeer ertraeglichen Grenzen. Auch angestarrt zu werden, koennen wir zum Teil nicht mehr ab. Ihr seht, etwas Indien-Muedigkeit hat uns schon eingeholt. Nachdem Karo und Tini die Schmalzstullen erwaehnt haben, koennen wir ja zugeben, dass wir so ein ordentliches Mischbrot schon vermissen. Das sehr scharfe Essen Suedindiens ist zum Fruehstueck nicht gerade unsere erste Wahl! :)

Eigentlich wollten wir hier im Huegelland um Madikeri etwas wandern, aber nach unserer gestrigen 8 Km Tour mussten wir feststellen, dass wir uns von der Reise hierher erstmal ein paar Tage ausruhen muessen. Wir wohnen momentan bei Privatleuten in einem sehr alten und traditionellen Haus und bekommen morgens frische Brotfladen serviert. Das ist sehr angenehm.

Jog Falls
Auf dem Weg nach Madikeri waren wir bei den Jog Falls, Indiens hoechste Wasserfaelle. Die waren trotz wenig Wasser sehr beeindruckend.

Die Landschaft erinnerte zum Teil an "Der Herr der Ringe"!
Jogfall-Mordor
Aber wie die Inder so sind, der ganze Wanderweg hinunter zum Fuss der Faelle war wie gewoehnlich von Muell gesaeumt. Dort haben wir uebrigens erste Bekannschaft mit Affen gemacht, die aber noch Respekt vor uns hatten.

Fuer den Weg von den Jog Falls nach Madikeri mussten wir Bus und Bahn und noch mal einen Bus nehmen. Was prinzipiell kein Problem waere, wenn wir zum Teil nicht stundenlang haetten warten muessen. Aber wir koennen froh sein, die Busfahrten heil ueberstanden zu haben. :)

In den naechsten Tagen wollen wir noch weiter in den Sueden, in Nationalparks und an die Kueste. Dann hoert ihr mehr!

Viele liebe Gruesse von Ramona und Eric.

Montag, 6. Februar 2006

Goa - Benaulim

Seit Samstag abend sind wir nun in Sued-Goa, genauer gesagt in Benaulim. Seit heute wohnen wir in einer sogenannten Cocohut, direkt am Strand unter Palmen. Das ist so eine Art Strohhuette die mit Palmwedeln abgedeckt ist. Davor hatten wir 2 Naechte lang eine etwas luxurioesere Unterkunft mit eigenem Bad und nem Hausfrosch. - Dafuer haben wir jetzt Ameisen und Geckos :)
Am weissen Strand gibts Krebse, die aus gebuddelten Loechern hervorschiessen und dann seitwaerts ueber den Strand flitzen.
Gestern haben wir die naehere Umgebung Richtung Colva zu Fuss erkundet. Morgen wollen wir mit Fahrraedern am Strand nach Sueden - Richtung Palolem. Ganz hinkommen werden wir nicht, dafuer ist es zu weit.

Tagsueber ist es brechend heiss, aber es soll noch heisser werden. D.h. meistens kann man nur bewegungslos im Schatten sitzen und lesen oder in den warmen Indischen Ozean springen. Ramona denkt das ist der arabische Golf.. - kann das mal jemand pruefen ?!
Ramona am Strand von Benaulim
So paradiesisch das klingt, das generelle Muellproblem existiert auch in Goa. Ausserdem sind weite Gebiete vollstaendig touristisch erschlossen und Deutsche, Briten und Franzosen sitzen in ihren abgeschotteten Resorts. Diesen Luxus haben wir zwar nicht, dafuer essen wir aber auch alle Mahlzeiten in unserem vorgelagerten Beach-Shack.
Eric am Strand von Benaulim
Ansonsten ist es hier verglichen zu Mumbai deutlich guenstiger. Unsere Huette kostet R200 die Nacht, das sind ca. 4 Euro.

Jetz ist hier gleich Feierabend im Internet-Cafe, sogar der Haushund ist schon raus.

Bis demnaechst,
Ramona und Eric

Mumbai

Jetzt erstmal ein erstes Hallo aus Indien. Die ersten Tage haben wir erfolgreichg gemeistert. Jetlag ueberstanden und Kulturschock verarbeitet. Ausgeraubt wurden wir auch nicht :)

In Mumbai waren wir nur bis zum 4.2. - das reichte auch erstmal. Soviel steht fest: Die Stadt ist nichts fuer all-inclusive-Verwoehnte, d.h. Essen vom Fussboden auf der verdreckten Strasse ist genauso normal wie daneben hinzupinkeln oder Luxushotels und Bettler, die irgendwas schnueffeln.
Krass ist der Geruch (meistens vom rumliegenden Plastik-Muell oder verdreckten Fluessen). Achso, der Muell wird entweder einfach fallengelassen, oder falls er doch gesammelt wird, einfach irgendwo verbrannt.
Ramona mit Kulturschock im Gesicht
Neben den Menschenmassen laeuft auf der Strasse natuerlich auch allerlei Viehzeug, wie Hunde und Kuehe rum, die waren aber alle friedlich. Ausserdem wird man alle paar Meter angehalten irgendwelches Zeug zu kaufen oder mit nem Taxi zu fahren. Unsere Winterbleiche gepaart mit dem kultur-geschocktem Gesichtsausdruck tut sein Uebriges.
Es herrscht Linksverkehr und die Hupen koennten auch gleich arretiert werden. Laerm ist ein staendiger Begleiter. Verkehrsregeln existieren nicht. Ausserdem ist Mumbai - fuer indische Verhaeltnisse - extrem teuer.

Trotz alledem muss man nicht in Panik ausbrechen. Die Menschen waren stets freundlich und das "Buch" half uns erste Raststaetten zu finden, d.h. wir haben ohne Magenverstimmung gut Essen koennen.
Auch der Kauf eines Zugtickets verlaeuft ganz anders als zu Hause (mind. 1 Tag vorher), hat aber reibungslos geklappt. Sleepers-Class muss schon sein, wenn man nicht in einen "Viehtransporter" gequetscht werden will. Die vergitterten Zuege sind zwar erst komisch, helfen aber gegen die Hitze. Wir waren ca. 12h nach Margao unterwegs. Unterwegs werden staendig Getraenke und Essen angeboten. Sodass man ja kein Auge zu kriegt :)

Aber jetzt sind wir am Palmenstrand...

Donnerstag, 1. Dezember 2005

Erstes Reiseziel: Indien

Was machen Rucksackreisende eigentlich den ganzen Tag??

Ein Blick auf die "Holiday Ideas" dieser Webseite und man weiß nicht, ob man mit Wildlife Safari, Tauchkurs, White Water Rafting, Trekking oder Paragliding anfangen soll!:)

https://www.incredibleindia.org/

en route

Ramona und Eric auf Piste

Suche

 

Zwischendurch unterwegs in

Vietnam

Kuba

Peru

Sri Lanka

mp3-Player Inhalt



aus Bad Gandersheim
Die lieben SCHRÖDERS



Olli Schulz und der Hund Marie
Und dann schlägt Dein Herz


Mad Caddies
Ska Ska Ska

Unterwegs - Literatur




Andrew Marshall
The Trouser People



Gregory D. Roberts
Shantaram


Alex Garland
The Beach


Norbert Lüdtke
Selbstreise-Handbuch


William Sutcliffe, Axel Henrici
Meine Freundin, der Guru und ich



Dieter Riemenschneider
Shiva tanzt. Das Indien-Lesebuch.



Dominique Lapierre
The City of Joy


Francois Bizot
The Gate


Yann Martel
Life of Pi


Tom Hodgkinson
How to be idle

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