Oh Räng Juh Täng
Indonesien - oder zumindest das bißchen was wir von Sumatra gesehen haben - kommt uns vor wie eine sanfte Variante von Indien. Die großen Städte sind laut, dreckig und anstrengend. Die Bretterbuden, die die Straßenränder säumen, verkaufen alles was einem vollkommen sinnlos vorkommt, nur nich Currywurst Pommes. Es gibt keinerlei Umweltbewußtsein. Man wird abgezockt ohne Ende wenn man nicht wachsam ist und in ländlichen Regionen ist man die totale Attraktion - "Hello Mister".
Deshalb sind wir von Medan schnell in den Dschungel von Bukit Lawang geflüchtet und haben den "Oh Räng Juh Tängs" aufgelauert. Die Kanadier von Ko Lipe haben die jedenfalls immer so genannt.
Die Oh Räng Juh Tängs sind zwar wirklich in der freien Wildnis, das klingt aber besser als es ist. Tatsächlich sieht man nur halbwilde wiederausgesetzte Tiere. Die Guides verstoßen gegen alle Regeln bei den Touren: Die Tiere werden mit Futter angelockt, es wird nach ihnen gerufen, vermeintliche Affengeräusche nachgeahmt und sich bis auf Armeslänge genähert. Der biologische Müll (Ananas-, Bananenschalen etc.) bleibt meist im Wald zurück.

Wir haben auf eine kleine Gruppe von gerade mal 4 Leuten bestanden. Das nützt aber nichts, die Guides telefonieren untereinander mit ihren Handys (im Urwald!) sowie ein Orang Utan gesichtet wurde, sodaß früher oder später alle anderen Gruppen auch genau dort landen. Mit dem Ergebnis, daß ca. 30 Leute gleichzeitig ihre Kamera auf ein Exemplar richten. Die meisten Touristen sind auch nicht besser, benutzen Blitzlicht, sind total laut oder rauchen nebenbei. Das ist nicht ganz der Dschungeltrip den ich mir vorgestellt hatte.
Trotzallem bleibt jede Begegnung beeindruckend, zumal wir an allen anderen Tagen - also NichtDschungeltrekTage - ebenfalls Orang Utans gesichtet haben. Meist einfach am gegenüberliegenden Flußufer unseres Guesthouse-Restuarants. Dort gabs auch ein Fernglas und die ungestörten Tiere dadurch zu beobachten, war weitaus authentischer.
Direkt im Dschungelcamp haben wir nur eine Nacht verbracht. Außer Standard- und Punkeraffen gabs noch Sichtungen der ca. 2m langen Monitor-Lizards. Die kannten wir ja schon aus Malaysia.
Apropos Standardaffen. Die können einen in Bukit Lawang echt fertig machen, wenn große Gruppen über die Wellblechhhütte poltern oder morgens ein Vertreter unseren Terassenstuhl immer gegen die Wand dongt wie ein ungezogenes Kind.
Hier der Angriff der Standardaffen. In derselben Hütte hatten wir nachts auch mal wieder Besuch von Ratten oder Mäusen. Nicht das wir davon aufgewacht wären, aber morgens war unser kleiner Tagesrucksack total zerfressen und durchlöchert. Der war komplett leer, ohne irgendwelche Essensreste o.ä. - vielleicht war ja der Lederboden so schmackhaft.
Auf besagtem Fluß zwischen Menschen und Affen kann man übrigens prima auf Traktorreifen "runterraften".
Auf die Idee hinterher Tubing T-Shirts zu vermarkten, so wie in Laos, sind die Einheimischen hier Gott sei Dank noch nicht gekommen. Ramona hat sich dabei deutlich geschickter angestellt als ich und konnte dementsprechend garnicht genug bekommen. Die Sache macht einen Heidenspaß ist aber nicht ganz ungefährlich. Die Reifen sind in der Mitte offen und man ratscht gerne mal mit dem Hinterteil über ein paar Flußfindlinge. Ein Glück die sind schon schön glatt poliert vom ewigen Wasser, ich hatte nämlich mehr als einmal Bodenkontakt.
Nach so viel Action haben wir zur Entspannung in Berastagi erstmal 'nen Vulkan bestiegen - und zwar an einem besonders verregnetem Tag. Dabei war der Abstieg fast anstrengender als der Aufstieg - weil der auf einer abgerutschten Steintreppe verläuft.

Aber das allerschlimmste kam erst beim Marsch in der Talsohle zum nächsten Ort mit Busstop. Nach dem einemillionstem "Hello Mister" fällt einem einfach keine freundliche Antwort mehr ein und selbst die Mine gefriert. Wir sind total kaputt, haben Hunger, wollen ins Guesthouse - kalt duschen, es fährt kein Bus. Und alles was wir aus den überfüllten Autos der Einheimischen bekommen ist ein "Hello Mister". Meist von Kindern oder auch ein vom Fahrer entgegengebrülltes "How are you". Die evtl. Antwort von uns wird sowieso nicht verstanden und ist auch völlig irrelevant. Die Einheimischen wollen offensichtlich nur endlich mal ihre 3 Worte Englisch an irgendeinen Ausländer loswerden.
Nach ca. 15 min feilschen mit einem Mopedfahrer zischt dieser ohne uns ab. Der wollte halt Kapital aus unserer Not schlagen. Doch der nächste kommt kurz darauf und hat Mitleid, sodaß er uns nur mäßig abzockt. Danach gehts mit dem Chickenbus ab zurück nach Berastagi.
Momentan erholen wir uns am Danau Toba, dem größten See Südostasiens. Beim Baden darin haben wir den fehlenden Auftrieb bemerkt, den wir sonst vom salzigen Meereswasser gewohnt sind. Und ob ihr's glaubt oder nicht, ich hab heut SchniPo gegessen - und garnicht mal schlecht. Wenn es schon mal die Gelegenheit gibt etwas heimisches zu essen, muß man zuschlagen - nichts gegen das sonst übliche Mie- oder Nasi Goreng. Wir wohnen in 'nem traditionellem Batakhaus, was von außen etwa so aussieht. Innen fühlt man sich wie in einem umgestülptem Piratenschiff mit aberwitzig kleinen Türen, Hühnerleitern und einer Schiefichkeit im Monkey-Island Stil. Ständig bleibt man irgendwo hängen oder stößt sich den Kopf. - Herrlich.

Deshalb sind wir von Medan schnell in den Dschungel von Bukit Lawang geflüchtet und haben den "Oh Räng Juh Tängs" aufgelauert. Die Kanadier von Ko Lipe haben die jedenfalls immer so genannt.
Die Oh Räng Juh Tängs sind zwar wirklich in der freien Wildnis, das klingt aber besser als es ist. Tatsächlich sieht man nur halbwilde wiederausgesetzte Tiere. Die Guides verstoßen gegen alle Regeln bei den Touren: Die Tiere werden mit Futter angelockt, es wird nach ihnen gerufen, vermeintliche Affengeräusche nachgeahmt und sich bis auf Armeslänge genähert. Der biologische Müll (Ananas-, Bananenschalen etc.) bleibt meist im Wald zurück.

Wir haben auf eine kleine Gruppe von gerade mal 4 Leuten bestanden. Das nützt aber nichts, die Guides telefonieren untereinander mit ihren Handys (im Urwald!) sowie ein Orang Utan gesichtet wurde, sodaß früher oder später alle anderen Gruppen auch genau dort landen. Mit dem Ergebnis, daß ca. 30 Leute gleichzeitig ihre Kamera auf ein Exemplar richten. Die meisten Touristen sind auch nicht besser, benutzen Blitzlicht, sind total laut oder rauchen nebenbei. Das ist nicht ganz der Dschungeltrip den ich mir vorgestellt hatte.
Trotzallem bleibt jede Begegnung beeindruckend, zumal wir an allen anderen Tagen - also NichtDschungeltrekTage - ebenfalls Orang Utans gesichtet haben. Meist einfach am gegenüberliegenden Flußufer unseres Guesthouse-Restuarants. Dort gabs auch ein Fernglas und die ungestörten Tiere dadurch zu beobachten, war weitaus authentischer.Direkt im Dschungelcamp haben wir nur eine Nacht verbracht. Außer Standard- und Punkeraffen gabs noch Sichtungen der ca. 2m langen Monitor-Lizards. Die kannten wir ja schon aus Malaysia.
Apropos Standardaffen. Die können einen in Bukit Lawang echt fertig machen, wenn große Gruppen über die Wellblechhhütte poltern oder morgens ein Vertreter unseren Terassenstuhl immer gegen die Wand dongt wie ein ungezogenes Kind.
Hier der Angriff der Standardaffen. In derselben Hütte hatten wir nachts auch mal wieder Besuch von Ratten oder Mäusen. Nicht das wir davon aufgewacht wären, aber morgens war unser kleiner Tagesrucksack total zerfressen und durchlöchert. Der war komplett leer, ohne irgendwelche Essensreste o.ä. - vielleicht war ja der Lederboden so schmackhaft.Auf besagtem Fluß zwischen Menschen und Affen kann man übrigens prima auf Traktorreifen "runterraften".
Auf die Idee hinterher Tubing T-Shirts zu vermarkten, so wie in Laos, sind die Einheimischen hier Gott sei Dank noch nicht gekommen. Ramona hat sich dabei deutlich geschickter angestellt als ich und konnte dementsprechend garnicht genug bekommen. Die Sache macht einen Heidenspaß ist aber nicht ganz ungefährlich. Die Reifen sind in der Mitte offen und man ratscht gerne mal mit dem Hinterteil über ein paar Flußfindlinge. Ein Glück die sind schon schön glatt poliert vom ewigen Wasser, ich hatte nämlich mehr als einmal Bodenkontakt.Nach so viel Action haben wir zur Entspannung in Berastagi erstmal 'nen Vulkan bestiegen - und zwar an einem besonders verregnetem Tag. Dabei war der Abstieg fast anstrengender als der Aufstieg - weil der auf einer abgerutschten Steintreppe verläuft.

Aber das allerschlimmste kam erst beim Marsch in der Talsohle zum nächsten Ort mit Busstop. Nach dem einemillionstem "Hello Mister" fällt einem einfach keine freundliche Antwort mehr ein und selbst die Mine gefriert. Wir sind total kaputt, haben Hunger, wollen ins Guesthouse - kalt duschen, es fährt kein Bus. Und alles was wir aus den überfüllten Autos der Einheimischen bekommen ist ein "Hello Mister". Meist von Kindern oder auch ein vom Fahrer entgegengebrülltes "How are you". Die evtl. Antwort von uns wird sowieso nicht verstanden und ist auch völlig irrelevant. Die Einheimischen wollen offensichtlich nur endlich mal ihre 3 Worte Englisch an irgendeinen Ausländer loswerden.
Nach ca. 15 min feilschen mit einem Mopedfahrer zischt dieser ohne uns ab. Der wollte halt Kapital aus unserer Not schlagen. Doch der nächste kommt kurz darauf und hat Mitleid, sodaß er uns nur mäßig abzockt. Danach gehts mit dem Chickenbus ab zurück nach Berastagi.
Momentan erholen wir uns am Danau Toba, dem größten See Südostasiens. Beim Baden darin haben wir den fehlenden Auftrieb bemerkt, den wir sonst vom salzigen Meereswasser gewohnt sind. Und ob ihr's glaubt oder nicht, ich hab heut SchniPo gegessen - und garnicht mal schlecht. Wenn es schon mal die Gelegenheit gibt etwas heimisches zu essen, muß man zuschlagen - nichts gegen das sonst übliche Mie- oder Nasi Goreng. Wir wohnen in 'nem traditionellem Batakhaus, was von außen etwa so aussieht. Innen fühlt man sich wie in einem umgestülptem Piratenschiff mit aberwitzig kleinen Türen, Hühnerleitern und einer Schiefichkeit im Monkey-Island Stil. Ständig bleibt man irgendwo hängen oder stößt sich den Kopf. - Herrlich.
diestel - 23. Jul, 04:51




















