Die diabolische Derawan-Dynastie

Friedhofsidylle

Auf Pulau Derawan in Kalimantan (Borneo) sind sogar die Friedhöfe idyllisch. Trotzdem ist es aber nicht so weit ab vom Schuß, daß man nicht mobil erreichbar wäre. In unserer Unterkunft (hier Losmen genannt) über dem Wasser heißt es Hati Hati: Aufpassen!

Dreimaster Hati Hati - AUFPASSEN!

Eigentlich müßte die Insel umbenannt werden in Turtle Island, Koh Tao oder irgendwas anderes schildkrötenlastiges. Mir ist noch nie eine so dichte Schildkrötenpopulation untergekommen. Schon beim Frühstück auf dem Pier wird man von den Luftholegeräuschen dieser Biester aufgeschreckt. Zuerst zückt man noch aufgeregt die Kamera. Nach ein paar Tagen hat man sich daran gewöhnt, daß immer 3-4 Schildkröten in Sichtweite sind. Wenn ich aufs Geländer vom Pier gestiegen bin, konnte ich bis zu 8 Schildis gleichzeitig ausmachen. Hier haben mal 3 zusammen aufs Foto gepaßt.

Schildkrötendreierlei

Ich will hier nicht den Planeten zitieren, aber die Dorfbewohner sind tatsächlich ausgesprochen freundlich un die Kinder betteln ebenfalls ganz liebenswert um "Foto Foto".

My name is Cinderella - türlich

Abends gehts standardmäßig an den Strand, um die Tiere beim Gebären zu belästigen. Dabei wird gewartet bis die Schildi gebuddelt und mit dem Eierlegen begonnen hat. Danach bringt sie die Sache zu Ende auch wenn 10 Leute drumrumstehen ihre Krawallriegel anhaben, damit telefonieren oder L.A.s qualmen. Als Tourist wird man genötigt, die Meereskröten zu tätscheln. Der Eiereinsammelmann hat nicht Ruhe gegeben bevor er ein Foto von mir und der jungen Mutter gemacht hat. Schön zu sehen wie gerade 'ne Fuhre Sand in hohem Bogen durch die Luft gefeuert wird. Wenn man zufällig dahinter steht, kriegt man die Taschen vollgehauen. Die Viecher haben erstaunliche Kraft in den Flossen.

sexuelle Belästigung

Wenn Schildi ihre Eier verbuddelt hat, zischt sie wieder ab in den großen Teich und 'ne Horde Teenager stürzt sich auf die -in diesem Fall- ca. 120 Eier und buddelt sie wieder aus.

fertich - Tschüß ihr Perversen ... 119 120 - fertich

Diese werden dann in einem artgerechten Behältnis (kommt ihr nie drauf, is aber nur bedingt biologisch abbaubar) zur Brütstation verbracht. Das darf man sich jetz nich so proffessionell vorstellen wie sich das anhört. Ein paar hundert Meter weiter am Strand sind ein paar Quadratmeter abgesperrt und dort werden die Eier wieder verbuddelt. Das ganze dient nämlich hauptsächlich dem Schutz vor den Dorfbewohner, die die Eier sonst essen oder für teuer Geld an die Chinesen oder andere Allesfresser verscherpeln würden.

Eierdiebe voll rund

Die Eier sind am ehesten mit 'nem Golfball vergleichbar, haben allerdings anders als Hühnereier eine weiche Schale.

Das Tauchen um Derawan herum ist leider ziemlich teuer, da die Fahrt mit dem Boot extra in Rechnung gestellt wird. Für 4 oder 5 Tage sind wir die einzigen Bleichgesichter auf der Insel. Deshalb haben wir uns zunächst aufs Schnorcheln direkt von der Insel aus konzentriert. Die Einheimischen halten sich in abgesteckten Netzen echte Monsterfische.

ick freß Dir

Schließlich tauchen Neil, Hannah und Lewis auf, mit denen wir zu einem Schnorchel/Tauchtrip aufbrechen. Das Tauchen ist die Hölle. Die Strömung ist stärker als alles was ich bisher erlebt hab. Am Boden muß man sich an sog. Monkeytails festhalten - so'ne seilartige Meerespflanze. Beim Auftauchen wirds dann aber wunderschön und strömungsfrei und wir beneiden unsere Schnorchler, die das die ganze Zeit hatten.

Fishflash

Das Highlight ist allerdings das Schnorcheln auf der Insel Kakaban. Da gibts einen See in der Mitte in dem es unzählige ungiftige Quallen schwimmen. Wie kleine Raumschiffe gleiten die Quallen offenbar ziellos durch den ganzen See. Durch die schiere Menge ist es einfach unmöglich sie nicht immerzu irgendwo zu berühren.

kuck ma - ne Babyqualle

Es bleibt auch noch Zeit für ein kleines Fußballmatch in der derawanschen Dämmerung. Nach 15 Minuten haben Lewis und ich alle Dorfkinder vergrault und erklären uns selbst zu Gewinnern.

derawansches Dämmerungs-Dorf-Duell

Am Ende geht uns tatsächlich die Kohle aus und wir pumpen Neil an. Mit dem Boot nach Tanjung Batu, mit 'nem Kijang weiter nach Berau, umsteigen nach Tanjung Selor und nochmal ins Boot gehts zurück bis nach Tarakan. Hier bereiten wir uns auf unsere Pelni-Jungfernfahrt nach Sulawesi vor.

... und Tschüß

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