Es gibt Reis, Baby
Essen (Makanan) soll man bekanntlich was auf den Tisch kommt. Das hab ich auch 'ne Weile versucht. Doch irgendwann wurde mir klar, daß das immer Reis sein wird, wenn man nicht gegensteuert. Der wird oft und gern mit Sambal dargerreicht. Das Zeug besteht hauptsächlich aus den hier gezeigten Zutaten und kratzt einigen Menschen manchmal etwas im Hals.

Gegen die Schärfe hab ich nix. Aber Indonesier essen einfach immer Reis - morgens mittags abends - Reis Reis Reis - Nasi Nasi Nasi. Es macht mich kaputt. Nasi Putih, Nasi Goreng, Nasi Campur evtl. noch mal ein Mie Goreng (fettige Nudeln). Das häufigste Gericht ist Reis mit Chicken - Nasi Ayam. Dieser Kombination kann man nicht entkommen. Das Zeug ist allgegenwärtig. Jedes Warung und jeder fliegende Händler im Bus bietet es an und es ist oft die einzige Option an Kalorien zu kommen. Wir haben bestimmt ganze Hühnerpopulationen verschlungen. Oft hab ich mir auch mit 'ner Bakso-Suppe beholfen. Die "Fleischbällchen" darin können echt eklig sein. Aber wenigstens ist kein Reis dran.
Zur Zeit des Ramadan kommt erschwerend hinzu, daß die Reismahlzeiten nur bei nicht vorhandener Sonne einzunehmen sind. Da waren wir gerade auf Borneo. Morgens halb 9 im Hotel frag ich nach Frühstück und der
Hotelmann so: Ramadan
ich: Ding Dong
Hotelmann: Ramadan
ich: Dingding Dong
Satt sind wir von dem Spielchen aber auch nich geworden. Tagsüber ißt einfach keiner. Wenigstens hat niemand daran Anstoß genommen, daß wir dann mit irgendwelchen süßen Teilchen aus 'nem Kiosk unseren Hunger gestillt haben. Dabei hatten wir noch Glück. Andere Reisende haben uns Geschichten erzählt, daß ihnen irgendwo auf Sumatra verboten wurde zu essen. Nicht gerade das was man unter Religionsfreiheit versteht.

Diese Etablissement läßt auf nachgemachten Kaffee und lecker süße Teilchen schließen. Ramona begutachtet resigniert die Karte: Nasi Goreng, Nasi Dings, Nasi Bums - alles Reis mit Scheiß.
Richtig schlimm ist es aber eigentlich nur wenn man nicht selbst bestimmen kann, was man ißt. Am ersten Morgen in Gimpu bei Asers Familie war es noch ok. Da gabs so süßliche Reisrollen in Bananenblättern - nur für uns - danach dann aber gleich das 'richtige' herzhaft-scharfe Reisfrühstück. Aser hat uns mal erklärt, daß nur Reis richtig satt machen würde. Ich behaupte ja, daß man von Styropor genauso satt wird, nur hat das mehr Geschmack und 'nen höheren Nährwert.
Schön war's auch auf dem Pelni-Schiff bei der Überfahrt von Borneo nach Sulawesi (ca. 24h). Da gab's natürlich 3x täglich Reis. Mittags Reis mit Fischköpfen - das haben selbst die Indonesier nicht angerührt.
Auf den Togeans gabs nur mittags und abends Reis. Dort dann meist mit gegrilltem Fisch (Ikan Bakar). Besonders angepaßte Backpacker haben sich's aber auch dort nicht nehmen lassen, riesige Portionen Reis statt süßer Frühstücksteilchen zu bestellen.
Im Kawah Ijen Gebiet haben wir gelernt, daß die Sulphur-Träger bei einer Mahlzeit bis zu 1kg Reis verschlingen können. Und die 21jährige Bedienung im Bedhot-Cafe in Yogya hat uns erklärt, Indonesier würden so klein bleiben, weil sie immer nur Reis essen. - Das glaub ich sofort.
Irgendwann hab ich einfach JEDE Gelegenheit genutzt was anderes als Reis zu essen. Ich hab nix gegen Reis an sich. Ist sehr fotogen dieses Knallgrün auf den Feldern...
Damit hätte ich das Thema indonesisches Essen schon fast ausreichend behandelt. Fazit: Vielfalt unbekannt.
Bleibt das Trinken (Minuman). Das besteht meist aus Zucker in die winzige Mengen Tee oder Kaffee gemischt werden. Als Ausländer gewöhnt man sich ganz schnell an, Getränke immer ohne Zucker zu ordern, was nicht zwangsläufig bedeutet, daß diese dann auch tatsächlich ungesüßt kommen. Alkohol gibts in Form von Bintang, was ganz passabel schmeckt. Hier hatten wir ein paar Togean-Abschieds-Bintänger auf der Fähre von Wakai nach Gorontalo.
Mit Aser waren wir in so'nem Bergdörfchen mal frischen warmen Palmwein probieren. Der Reisschnaps Arak is angeblich voll gefährlich. Ein Glück, daß ich das erst nach dem Verzehr erfahren hab. Krumme Füße hatt ich eh schon und mit der Sehkraft ist es ja auch nicht mehr so doll.
Ein einzigartiges Phänomen in Indonesien sind die Serviettenhalbierungen, welche vermutlich einen Hauptindustriezweig des Landes darstellen. Um einfach "mehr" aus einer Packung Servietten herauszuholen sind ganze Belegschaften damit beschäftigt, Servietten zu halbieren. Der Gewinn muß enorm sein. Ich vermute, wer den Beruf des Serviettenhalbierers ergreift, kann ganze Familien damit ernähren. Anders kann ich mir nicht erklären, daß man niemals ganze Servietten vorfindet. Mehr als einmal sind uns sogar geviertelte Servietten untergekommen. Hier versuchen besonders gierige Geschäftsmänner ihren Gewinn gleich zu vervierfachen. Das ganze ist besonders bemerkenswert in einem Land wo Messer nahezu unbekannt sind, was mich direkt zum nächsten Thema bringt: Besteck.
Viele Einheimischen essen oft traditionell mit der Hand. Wenn in Indonesien Besteck im Spiel ist, dann handelt es sich gewöhnlich um eine Gabel und einen Löffel. Zuerst ist das manchmal lästig aber mit der Zeit ist man erstaunt was sich alles mit einem Löffel schneiden läßt.
Eine witzig-peinliche Geschichte mußten wir mal auf Lombock miterleben. Ein Gast hat dort Chopsticks (Stäbchen) zum Essen gefordert. Wir konnten schon sehen, daß die Bedienung offensichtlich nicht ganz genau versteht aber höflich losgeht und mit 'nem Packen halbierter Servietten wiederkommt. Der europäische Gast besteht aber weiterhin vehement auf Chopsticks und gibt nur sehr widerstrebend nach und verunsichert die Bedienung vollends.
Der hat halt im Fernsehn gesehn, daß man in Asien mit Stäbchen ißt und jetz ist er ja in Asien und da möchte er bitteschön auch keine touristische Sonderbehandlung. Wir waren kurz davor ihn aufzuklären, haben es uns dann aber verkniffen. Mit Stäbchen Essen kann man durchaus in Indonesien - z.B. beim Chinesen, genau wie bei uns zu Hause.
Apropos Chinesen. Die essen ja bekanntlich alles. In Nordsulawesi sind die Leute aber auch keine Kostverächter. Neben all den anderen Tieren auch Katze, Hund, Waldratte, Fledermaus, Frosch und Schlange zu braten find ich eigentlich nur konsequent. Für uns Kühlabteilungseinkäufer ungewohnt ist allerdings, daß die Tiere dort zunächst lebend vorrätig sind. Alles wird nach der Hinrichtung schwarz flambiert, fachmännisch zerlegt und bei Kauf in Plastetüten verbracht.
Hier die Galerie des Grauens - natürlich nur für Vegetarier! Alle anderen zetern bitte nich sondern gehn jetz in die Kantine 'n Schnitzel essen, is nämlich gleich Mittach.

Der entscheidende Unterschied bei den domestizierten Tieren ist wahrscheinlich deren IQ. Die Hunde in ihren Käfigen wissen glaub ich ganz genau was ihnen blüht. Besonders da Schlinge und Knüppel meist zusammen mit den bereits flambierten Exemplaren obendrauf platziert werden.
Ramona hat ja schon mal berichtet, wie man fachmännisch Fledermäuse fängt. Im Lehrvideo (rechts unten in der Galerie des Grauens) seht ihr nun wie der Flattermax küchenfertig filettiert wird. In einem der kommenden Beiträge gibts dann ein leckeres Bat-Rezept zum Nachkochen für zuhause. Soviel sei schon mal verraten: Als Sättigungsbeilage gibts Reis.
Noch ein Wort zu den leckersten Nahrungsmitteln Südostasiens, dem Obst. Nachdem Rambutan, Langsat, Mangosteen, Dragonfruit, Passionsfrucht, Stinke-Durian und Jackfruit inzwischen alte Bekannte sind, gibt es doch trotzdem immer noch wieder neue Leckereien zu entdecken. Zuletzt eine bräunliche Frucht mit einer Art Schlangenhaut, innen segmentiert und die einzelnen Segmente haben dann noch einen festen Stein. Den Namen haben wir nicht rausgefunden, schmeckte aber recht knackig. Ramona kostet hier grad eine.


Gegen die Schärfe hab ich nix. Aber Indonesier essen einfach immer Reis - morgens mittags abends - Reis Reis Reis - Nasi Nasi Nasi. Es macht mich kaputt. Nasi Putih, Nasi Goreng, Nasi Campur evtl. noch mal ein Mie Goreng (fettige Nudeln). Das häufigste Gericht ist Reis mit Chicken - Nasi Ayam. Dieser Kombination kann man nicht entkommen. Das Zeug ist allgegenwärtig. Jedes Warung und jeder fliegende Händler im Bus bietet es an und es ist oft die einzige Option an Kalorien zu kommen. Wir haben bestimmt ganze Hühnerpopulationen verschlungen. Oft hab ich mir auch mit 'ner Bakso-Suppe beholfen. Die "Fleischbällchen" darin können echt eklig sein. Aber wenigstens ist kein Reis dran.
Zur Zeit des Ramadan kommt erschwerend hinzu, daß die Reismahlzeiten nur bei nicht vorhandener Sonne einzunehmen sind. Da waren wir gerade auf Borneo. Morgens halb 9 im Hotel frag ich nach Frühstück und der
Hotelmann so: Ramadan
ich: Ding Dong
Hotelmann: Ramadan
ich: Dingding Dong
Satt sind wir von dem Spielchen aber auch nich geworden. Tagsüber ißt einfach keiner. Wenigstens hat niemand daran Anstoß genommen, daß wir dann mit irgendwelchen süßen Teilchen aus 'nem Kiosk unseren Hunger gestillt haben. Dabei hatten wir noch Glück. Andere Reisende haben uns Geschichten erzählt, daß ihnen irgendwo auf Sumatra verboten wurde zu essen. Nicht gerade das was man unter Religionsfreiheit versteht.

Diese Etablissement läßt auf nachgemachten Kaffee und lecker süße Teilchen schließen. Ramona begutachtet resigniert die Karte: Nasi Goreng, Nasi Dings, Nasi Bums - alles Reis mit Scheiß.
Richtig schlimm ist es aber eigentlich nur wenn man nicht selbst bestimmen kann, was man ißt. Am ersten Morgen in Gimpu bei Asers Familie war es noch ok. Da gabs so süßliche Reisrollen in Bananenblättern - nur für uns - danach dann aber gleich das 'richtige' herzhaft-scharfe Reisfrühstück. Aser hat uns mal erklärt, daß nur Reis richtig satt machen würde. Ich behaupte ja, daß man von Styropor genauso satt wird, nur hat das mehr Geschmack und 'nen höheren Nährwert.
Schön war's auch auf dem Pelni-Schiff bei der Überfahrt von Borneo nach Sulawesi (ca. 24h). Da gab's natürlich 3x täglich Reis. Mittags Reis mit Fischköpfen - das haben selbst die Indonesier nicht angerührt.
Auf den Togeans gabs nur mittags und abends Reis. Dort dann meist mit gegrilltem Fisch (Ikan Bakar). Besonders angepaßte Backpacker haben sich's aber auch dort nicht nehmen lassen, riesige Portionen Reis statt süßer Frühstücksteilchen zu bestellen.
Im Kawah Ijen Gebiet haben wir gelernt, daß die Sulphur-Träger bei einer Mahlzeit bis zu 1kg Reis verschlingen können. Und die 21jährige Bedienung im Bedhot-Cafe in Yogya hat uns erklärt, Indonesier würden so klein bleiben, weil sie immer nur Reis essen. - Das glaub ich sofort.
Irgendwann hab ich einfach JEDE Gelegenheit genutzt was anderes als Reis zu essen. Ich hab nix gegen Reis an sich. Ist sehr fotogen dieses Knallgrün auf den Feldern...
Damit hätte ich das Thema indonesisches Essen schon fast ausreichend behandelt. Fazit: Vielfalt unbekannt.
Bleibt das Trinken (Minuman). Das besteht meist aus Zucker in die winzige Mengen Tee oder Kaffee gemischt werden. Als Ausländer gewöhnt man sich ganz schnell an, Getränke immer ohne Zucker zu ordern, was nicht zwangsläufig bedeutet, daß diese dann auch tatsächlich ungesüßt kommen. Alkohol gibts in Form von Bintang, was ganz passabel schmeckt. Hier hatten wir ein paar Togean-Abschieds-Bintänger auf der Fähre von Wakai nach Gorontalo.
Mit Aser waren wir in so'nem Bergdörfchen mal frischen warmen Palmwein probieren. Der Reisschnaps Arak is angeblich voll gefährlich. Ein Glück, daß ich das erst nach dem Verzehr erfahren hab. Krumme Füße hatt ich eh schon und mit der Sehkraft ist es ja auch nicht mehr so doll.Ein einzigartiges Phänomen in Indonesien sind die Serviettenhalbierungen, welche vermutlich einen Hauptindustriezweig des Landes darstellen. Um einfach "mehr" aus einer Packung Servietten herauszuholen sind ganze Belegschaften damit beschäftigt, Servietten zu halbieren. Der Gewinn muß enorm sein. Ich vermute, wer den Beruf des Serviettenhalbierers ergreift, kann ganze Familien damit ernähren. Anders kann ich mir nicht erklären, daß man niemals ganze Servietten vorfindet. Mehr als einmal sind uns sogar geviertelte Servietten untergekommen. Hier versuchen besonders gierige Geschäftsmänner ihren Gewinn gleich zu vervierfachen. Das ganze ist besonders bemerkenswert in einem Land wo Messer nahezu unbekannt sind, was mich direkt zum nächsten Thema bringt: Besteck.
Viele Einheimischen essen oft traditionell mit der Hand. Wenn in Indonesien Besteck im Spiel ist, dann handelt es sich gewöhnlich um eine Gabel und einen Löffel. Zuerst ist das manchmal lästig aber mit der Zeit ist man erstaunt was sich alles mit einem Löffel schneiden läßt.
Eine witzig-peinliche Geschichte mußten wir mal auf Lombock miterleben. Ein Gast hat dort Chopsticks (Stäbchen) zum Essen gefordert. Wir konnten schon sehen, daß die Bedienung offensichtlich nicht ganz genau versteht aber höflich losgeht und mit 'nem Packen halbierter Servietten wiederkommt. Der europäische Gast besteht aber weiterhin vehement auf Chopsticks und gibt nur sehr widerstrebend nach und verunsichert die Bedienung vollends.
Der hat halt im Fernsehn gesehn, daß man in Asien mit Stäbchen ißt und jetz ist er ja in Asien und da möchte er bitteschön auch keine touristische Sonderbehandlung. Wir waren kurz davor ihn aufzuklären, haben es uns dann aber verkniffen. Mit Stäbchen Essen kann man durchaus in Indonesien - z.B. beim Chinesen, genau wie bei uns zu Hause.
Apropos Chinesen. Die essen ja bekanntlich alles. In Nordsulawesi sind die Leute aber auch keine Kostverächter. Neben all den anderen Tieren auch Katze, Hund, Waldratte, Fledermaus, Frosch und Schlange zu braten find ich eigentlich nur konsequent. Für uns Kühlabteilungseinkäufer ungewohnt ist allerdings, daß die Tiere dort zunächst lebend vorrätig sind. Alles wird nach der Hinrichtung schwarz flambiert, fachmännisch zerlegt und bei Kauf in Plastetüten verbracht.
Hier die Galerie des Grauens - natürlich nur für Vegetarier! Alle anderen zetern bitte nich sondern gehn jetz in die Kantine 'n Schnitzel essen, is nämlich gleich Mittach.

Der entscheidende Unterschied bei den domestizierten Tieren ist wahrscheinlich deren IQ. Die Hunde in ihren Käfigen wissen glaub ich ganz genau was ihnen blüht. Besonders da Schlinge und Knüppel meist zusammen mit den bereits flambierten Exemplaren obendrauf platziert werden.
Ramona hat ja schon mal berichtet, wie man fachmännisch Fledermäuse fängt. Im Lehrvideo (rechts unten in der Galerie des Grauens) seht ihr nun wie der Flattermax küchenfertig filettiert wird. In einem der kommenden Beiträge gibts dann ein leckeres Bat-Rezept zum Nachkochen für zuhause. Soviel sei schon mal verraten: Als Sättigungsbeilage gibts Reis.
Noch ein Wort zu den leckersten Nahrungsmitteln Südostasiens, dem Obst. Nachdem Rambutan, Langsat, Mangosteen, Dragonfruit, Passionsfrucht, Stinke-Durian und Jackfruit inzwischen alte Bekannte sind, gibt es doch trotzdem immer noch wieder neue Leckereien zu entdecken. Zuletzt eine bräunliche Frucht mit einer Art Schlangenhaut, innen segmentiert und die einzelnen Segmente haben dann noch einen festen Stein. Den Namen haben wir nicht rausgefunden, schmeckte aber recht knackig. Ramona kostet hier grad eine.

diestel - 25. Okt, 16:02




















